Nicht hier, nicht verfügbar, nicht zuständig: Nach fast zweijährigem Tauziehen rückte die SEL ihre Verträge mit ENEL und Edison erst heraus, als sich die Grünen Landtagsabgeordneten ihr Recht auf Einsichtnahme vor dem Staatsrat erstritten hatten.Dann raffte der SEL-Skandal die alte Führungsspitze hinweg, und die Landespolitik gelobte Besserung. Verloren gegangenes Vertrauen soll mit „absoluter Transparenz“ zurückerobert werden.Umso überraschter sind die Grünen, als ihnen dieser Tage eine Vorladung für den 31. Jänner vor dem Kassationsgericht in Rom auf den Tisch flatterte.Trotz Bauchlandung vor dem Staatsrat, längst vollzogener Einsichtnahme durch die Grünen und SEL-Skandal, macht die SEL gleich weiter.Mit Rückenwind der Landesregierung, die sich im Sommer unterstützend eingelassen hat, hält sie an ihrem Rekurs vom April vor der Kassation fest.„Das ist eine Frage des Prinzips“, sagt SEL-Anwalt Gerhard Brandstätter. Fernab des Vergangenen müsse die SEL für die Zukunft wissen, ob sie bei Verträgen noch Vertraulichkeit beanspruchen kann oder nicht.Heute wisse ganz Europa über die Preispolitik der SEL mit ENEL und Edison Bescheid. „Und das ist ein Nachteil für das Unternehmen“, so Brandstätter. Ähnlich denkt Landesrat Michl Laimer, der in dieser Frage ebenfalls Klarheit haben will.Ganz anders sieht es Vizelandtagspräsidentin Julia Unterberger. „Ich bin mehr als verwundert, dass das Land sich auch noch selbst einlässt, um Abgeordneten das Recht auf Einsicht in SEL-Verträge zu verwehren, statt die SEL zurückzupfeifen“, so Unterberger. Überdies sei der Rekurs vor der Kassation „so gut wie aussichtslos“ und koste den Steuerzahler „unnötig Geld“.bv/D________________________________________________________________Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe der Tageszeitung "Dolomiten"