Mit der Patientenverfügung können Menschen im Voraus festlegen, welche medizinischen Behandlungen sie akzeptieren oder ablehnen, sollten sie nicht mehr in der Lage sein, eigenständig zu entscheiden: In Südtirol wird dieses Angebot von besonders vielen genutzt.<BR /><BR />„Diese Zahlen sind auf jeden Fall auch der intensiven Sensibilisierungsarbeit von Vereinen und Freiwilligen zu verdanken“, sagt Mara Zussa, Vorsitzende von „Il Papavero – Der Mohn“, zu den Ergebnissen der jüngsten Erhebung des italienischen Vereins „Luca Coscioni“.<BR /><BR />Mit der Patientenverfügung können Menschen im Voraus festlegen, welche medizinischen Behandlungen sie akzeptieren oder ablehnen, sollten sie nicht mehr in der Lage sein, eigenständig zu entscheiden: etwa im Falle einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls. Jede und jeder Volljährige kann eine solche Verfügung unterzeichnen. <BR /><BR />In Italien haben dies bereits über 278.000 Menschen getan. Das berichtet der gesamtstaatliche Verein „Luca Coscioni“, der für seine Wertung die entsprechenden Register in 6.601 italienischen Gemeinden unter die Lupe genommen hat. <BR /><BR />Was sich dabei herausstellte: Die Patientenverfügung ist im Norden Italiens deutlich stärker verbreitet als im Süden. Südtirol schneidet besonders gut ab. Das Land zählt eine Verfügung je 74 Einwohner, was einer Gesamtzahl von 5.267 entspricht – nur die Provinz Pescara weist einen noch höheren Anteil auf.<BR /><BR /> Mit Blick auf die Provinzhauptstädte belegt Bozen sogar Platz eins: eine Patientenverfügung je 60 Einwohner. Ebenso führt Trentino-Südtirol – vor allem wegen der hohen Zahlen in Südtirol – den Regionen-Vergleich an. Ein Anteil von einer Patientenverfügung je 93 Einwohner wird in keiner anderen italienischen Region erreicht. <h3> Intensive Sensibilisierung durch Vereine</h3>Was den gesamtstaatlichen Durchschnitt anbelangt, so kommt Italien auf eine Patientenverfügung je 166 Einwohner – eine enorme Steigerung im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2023. Experten rechnen den Anstieg auch der Sensibilisierungsarbeit zahlreicher Vereine und Freiwilliger zu. In Südtirol setzt sich dafür unter anderem der Verein „Il Papavero – Der Mohn“ ein. „In den letzten neun Monaten haben wir 270 Personen beim Erstellen ihrer Patientenverfügung begleitet“, erklärt die Vorsitzende Mara Zussa. <BR /><BR />Neben den Einzelberatungen hat der Verein auch wöchentliche Informationsveranstaltungen ins Leben gerufen, die allen Interessierten offenstehen. „Was wir dabei festgestellt haben, ist, dass viele Personen nur wenig über das Thema Patientenverfügung Bescheid wissen“, sagt Zussa. <BR /><BR />Genau hier setzt „Il Papavero – Der Mohn“ an. Das Ergebnis des italienweiten Vergleichs ermutigt den Verein nun, weiterhin kräftig in die Sensibilisierungsarbeit zu investieren. „Zu wissen, dass Bozen die italienische Provinzhauptstadt mit dem höchsten Anteil von Patientenverfügungen ist, bestärkt uns darin, diesen Weg fortzusetzen“, unterstreicht Zussa.