Unter den Toten war auch der Vorbeter der Moschee. 70 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es. Bei den Opfern handelt es sich um schiitische Turkmenen. Die 450 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt Tel Afar, in der sunnitische und schiitische Turkmenen leben, war schon mehrfach Schauplatz schwerer Terroranschläge, die sich vor allem gegen Schiiten, aber auch gegen Angehörige religiöser Minderheiten richteten.Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen hielt die Bewegung des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr am Freitag in mehreren irakischen Städten eine parteiinterne Vorwahl ab. Die Anhänger der Partei, die enge Beziehungen zum Iran pflegt, strömten nach Angaben von Beobachtern am Freitag in großer Zahl zu den Urnen, um ihre Kandidaten für die Parlamentswahl am 16. Januar zu bestimmen. In einer Erklärung von Al-Sadr, der sich bereits seit zwei Jahren im Iran aufhält, hieß es, diese Vorwahl sei ein weiterer Schritt „auf dem Weg zur politischen Befreiung des Landes".Die Sadr-Bewegung hat sich für die Wahl mit der Schiiten-Partei Hoher Islamischer Rat im Irak von Ammar al-Hakim verbündet. Gemeinsam wollen sie dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki die Stirn bieten. Al-Maliki hat seinerseits eine Allianz gebildet, der sich auch zahlreiche Angehörige anderer Konfessionen angeschlossen haben.dpa