Dem Freund von Poggis Bruder Marco werden auch erschwerende Umstände wie Grausamkeit und niedrige Beweggründe zur Last gelegt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1307613_image" /></div> <BR /><BR />Mit dem neuen Vorladungsschreiben rückt der früher verurteilte Ex-Freund der Getöteten, Alberto Stasi, aus dem aktuellen Tatvorwurf heraus. Parallel haben die Ermittler in Pavia die Staatsanwaltschaft in Mailand gebeten, eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Stasi zu prüfen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1307616_image" /></div> <BR /><BR />Sempio soll Poggi mit einem bislang nicht gefundenen Gegenstand mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen haben. Ob er aussagen wird, ist offen. Seine Anwälte kritisieren, dass ihnen weiterhin nicht alle Ermittlungsergebnisse vorliegen, und prüfen das weitere Vorgehen.<h3> Neue Gutachten</h3>Die Ermittler stützen sich unter anderem auf neue Gutachten. Dazu zählen eine veränderte Todeszeit, die Zuordnung eines Handabdrucks am Tatort sowie Blutspurenanalysen, die auf einen mehrphasigen Angriff hindeuten. Zentrale Bedeutung kommen zudem DNA-Spuren unter den Fingernägeln des Opfers zu, die laut Gutachten eine teilweise Übereinstimmung mit der väterlichen Linie von Sempios Familie zeigen, jedoch keine eindeutige Gewissheit liefern.<BR /><BR />Die Entscheidung über eine mögliche Wiederaufnahme im Fall Stasi dürfte noch Monate dauern. Eine abschließende Bewertung durch die Justiz steht aus. Kreise aus dem Umfeld von Andrea Sempio erklärten, er sei „verbittert“. Zugleich sei er weiterhin überzeugt, mithilfe seiner Gutachter und Verteidiger „seine Unschuld beweisen“ zu können.<BR />Seine Anwälte bezeichneten die Resultate auf statistischer Ebene als „nicht besonders belastbar“ und verwiesen darauf, dass sie auf „degradiertem, partiellem, gemischtem und nicht konsolidiertem“ Material beruhten, das auch ohne „direkten Kontakt“ übertragen worden sein könnte. Ein Gutachter der Familie Poggi sprach ebenfalls von „keinen verlässlichen wissenschaftlichen Daten“.<BR /><BR />Unterdessen wird gegen Sempios Vater sowie den Staatsanwalt von Pavia, Mario Venditti, wegen eines mutmaßlichen Bestechungsaustauschs in Höhe von 20.000 bis 30.000 Euro ermittelt, der darauf abgezielt haben soll, die Ermittlungen gegen Sempio einzustellen. Venditti weist die Vorwürfe zurück; er hatte die Untersuchungen gegen Sempio zweimal eingestellt.