Welchen fiesen Trick die Betrüger benützten – und wie man sich davor schützen kann. <BR /><h3> 90-Jähriger wurde Opfer eines Betrugs </h3>Echte gegen falsche Carabinieri: Die Beamten ermitteln derzeit gegen 2 Männer aus Kampanien, die verdächtigt werden, am 22. und 23. Februar eine über 80-Jährige in Leifers und einen 90-Jährigen in Branzoll um rund 30.000 Euro betrogen zu haben. <BR /><BR />Die beiden Senioren erhielten an besagten Tagen einen Anruf auf dem Haustelefon. Am anderen Ende der Leitung saß ein Mann, der sich als Maresciallo der Carabinieri ausgegeben haben soll. <BR /><BR />Mit ernster, aber ruhiger Stimme soll er ihnen erklärt haben, dass ein Verwandter in einen Unfall verwickelt gewesen war, ohne schwere Folgen für die Gesundheit davongetragen zu haben. <h3> „Ich kenne einen guten Anwalt, er kommt gleich vorbei“</h3>Rechtliche Folgen soll es hingegen sehr wohl geben, doch der „Maresciallo“ beruhigt die Senioren sofort: „Ich kenne einen guten Anwalt, allerdings muss man sofort eine Anzahlung machen“, soll er den beiden Südtirolern erklärt haben. <BR /><BR />„Legen Sie nicht auf, der Anwalt ist gleich da“, soll der Anrufer gesagt haben, um seinen Opfern keine Chance zu geben, die 112 zu wählen oder Angehörige zu kontaktieren. <BR /><BR />Indes traf der zweite Betrüger ein, der neben Bargeld auch Schmuck als Anzahlung angenommen haben soll. <h3> 2 Männer aus Kampanien auf freiem Fuß angezeigt </h3>Wie sich herausstellte, handelte es sich beim Anrufer nicht um einen Beamten der Carabinieri, noch war der Anwalt, der in die Wohnung der beiden Opfer kam, ein echter Anwalt: Die Carabinieri der Kompanie Neumarkt konnten mittels intensiver Ermittlungsarbeit, die auch über die digitalen Kanäle durchgeführt wurde, die beiden mutmaßlichen Betrüger identifizieren. <BR /><BR />Es handelt sich dabei um 2 arbeitslose Männer aus der Provinz Neapel, die nun wegen Betrugs auf freien Fuß angezeigt wurden.<h3> Womöglich noch mehr Opfer im Land </h3>Die Carabinieri setzen ihre Ermittlungen fort, um zu klären, ob weitere Menschen in Südtirol Opfer dieser Betrugsmasche geworden sein könnten. „Sollten Sie verdächtige Anrufe erhalten, nehmen Sie sich bitte die Zeit, die einheitliche Notrufnummer 112 zu wählen oder bei einer der zahlreichen Carabinieri-Stationen im Land um Hilfe zu bitten“, sagt der Kommandant der Carabinieri-Kompanie Neumarkt, Hauptmann Federico Seracini. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1010423_image" /></div> <BR /><BR />Im Interview mit s+ verriet Maresciallo Giuseppe Caravello, Stationskommandant von Branzoll, wie gegen die beiden Betrüger vorgegangen wurde – und gab auch Tipps, um nicht Opfer eines Betrugs zu werden. <BR /><BR /><BR /><Frage>Ist es schwierig, Betrugsfälle aufzuklären?</Frage><BR />Maresciallo Giuseppe Caravello: Ja, v. a. bei Telefonbetrügen. Die Täter benützen Telefonnummern, die man nicht auf sie zurückführen kann. Mittels technologischer Hilfsmittel gelang es uns, die beiden mutmaßlichen Täter von Branzoll und Leifers zu identifizieren. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64020142_quote" /><BR /><BR /><Frage><BR />Den beiden Opfern konnten also Geld und Wertgegenstände zurückgegeben werden? </Frage><BR />Caravello: Nein, deshalb möchte ich betonen, wie wichtig es ist, bei verdächtigen Anrufen sofort die 112 zu wählen. Je schneller wir eingreifen können, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir die Betrüger auf frischer Tat ertappen und mehr gegen sie unternehmen können. In Branzoll und Leifers gelang es den Betrügern, die Opfer so lange am Telefon zu halten, bis der Komplize eingetroffen war. Im Zweifelsfall sollte man lieber auflegen und die Behörden kontaktieren. Außerdem möchte ich daran erinnern, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass die Carabinieri im Dienst Hausbesuche abstatten, ohne eine Uniform zu tragen. In einem Fall hatte sich der Komplize des Anrufers auch als Carabiniere statt als Anwalt ausgegeben. <BR /><BR /><BR />Das haben wir mitbekommen: Potenzielle Opfer erhalten eine Nachricht von einer unbekannten Nummer mit Texten wie: „Hallo Papa, ich habe mein Handy verloren, kannst du mich auf dieser Nummer anrufen?“ Auch in diesem Fall gilt es, keine Links in der Nachricht zu öffnen und die Nummer nicht zurückzurufen, ehe man die Behörden um Rat gebeten hat. <BR />