Waltraud Deeg hatte sich bereits gerüstet, im ersten Gesetzgebungsausschuss des Landtages Sepp Noggler zu ersetzen, eine Fülle von Abänderungsanträgen einzubringen. Eigentlich schienen sie eine Formalität zu sein. Nachdem die SVP-Leitung beschlossen hatte, dass der Seniorenanwalt eine eigene Ombudsstelle im Landtag wird, die der Kinder- und Jugendanwaltschaft gleichzustellen ist, erweitern sich auch dessen Zuständigkeiten: Der Seniorenanwalt sollte künftig auch bei Zwist in der Familie und mit privaten Pflegekräften schlichten, Gesetzesentwürfe aus seinem Wirkungsbereich begutachten und Sprechstunden abhalten können.<h3> Behandlung im Gesetzgebungsausschuss abgesagt</h3>Doch es kam anders: Kurzerhand wurde die Behandlung im Gesetzgebungsausschuss abgesagt. „Wir müssen in der Fraktion noch einmal über das Thema beraten“, so Schuler. An wen wendet sich eine 65-jährige Frau, die sich sexuell belästigt und diskriminiert fühlt? Seniorenanwalt, Anlaufstelle für sexualisierte Gewalt, Anti-Diskriminierungsstelle? Ziel seines Entwurfes sei, Ordnung in die Vielzahl der Ombudsstellen zu bringen: Und zwar aus der Sicht der Nutzer, die nicht mehr wüssten, an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden sollen. „Ich war der Meinung, einen abgesprochenen Entwurf vorgelegt zu haben, stattdessen soll er zweifach erweitert werden. Statt es bei einem Seniorenbeauftragten zu belassen, wie im Gesetz von 2022 vorgesehen, soll er nun zur eigenen Ombudsstelle werden und neue Zuständigkeiten erhalten. So geht das nicht gut.“<h3> Seniorenanwalt landet in Warteschleife</h3>„Das Ganze hat jetzt wieder einmal das Potenzial schwierig zu werden“, meint Deeg. Allerdings wüsste sie nicht, was die Fraktion zu besprechen hätte. „Ausführlich geredet haben wir in der Partei und diese hat entschieden“, sagt Deeg. Fest steht, dass der Seniorenanwalt wieder in der Warteschleife gelandet ist.