Landespräsidentin Theresia Agreiter Larcher rief die bäuerlichen Seniorinnen und Senioren dazu auf, ihre Rolle in Gesellschaft und Politik selbstbewusst wahrzunehmen. Die Präsidentin machte deutlich, dass ältere Menschen keineswegs nur auf Vergangenes zurückblicken, sondern auch Zukunft gestalten könnten. Gerade Seniorinnen und Senioren hätten viel in der Hand, wenn sie sich trauten, ihre Anliegen vorzubringen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1292028_image" /></div> <BR /> Es gehe darum, gehört zu werden: für sich selbst, aber auch für die nächsten Generationen, die ebenfalls älter würden.<BR /><BR />Auf Landesebene nannte sie mehrere Schwerpunkte: die weitere Auseinandersetzung mit dem Gesetz zum aktiven Altern, die Forderung nach einem Seniorenanwalt, die Stärkung der Seniorenbeiräte und die Förderung seniorenfreundlicher Gemeinden. Ein zentrales Thema bliebe zudem die Digitalisierung. <BR /><BR />„Dabei geht es nicht um eine Ablehnung des Fortschritts, sondern um Fairness und Zugänglichkeit: Alle Bürgerinnen und Bürger müssten weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Anliegen selbst zu erledigen – auch persönlich, im Gespräch mit einem Beamten oder direkt im Büro“, forderte Agreiter Larcher. Ein weiteres wichtiges Anliegen war die Erhöhung der Mindestrenten. Hier wünscht sich die Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund Klarheit und Verlässlichkeit in der Kommunikation. Darüber hinaus erinnerte die Präsidentin daran, welch unschätzbaren Wert Seniorinnen und Senioren für die Gesellschaft hätten: Deshalb dürften sie auch mehr Selbstbewusstsein zeigen. „Für uns und unsere Anliegen können wir das ruhig mehr tun.“<h3> Eigenes Leben auch im Alter aktiv gestalten</h3>Ein wahres Motivations-Feuerwerk brannte dann Hauptreferent Manfred Schweigkofler ab. Der bekannte Regisseur und Trainer trat in Nals vor allem als „Mutmacher“ auf und rief die Anwesenden auf, das eigene Leben auch im Alter noch aktiv zu gestalten: „Wir sollten das Leben nicht als Kurve sehen, die ab einem gewissen Alter nur noch abwärts geht, sondern als Teppich, der aus verschiedenen Etappen zusammengewebt ist“, erklärte Schweigkofler anschaulich und rief die älteren Menschen dazu auf, das eigene Bild vom Alter zu ändern.<BR /><BR /> „Ihr seid nicht das alte Eisen. Ihr seid das Silber unserer Gesellschaft, nicht wegen der Haarfarbe, sondern weil ihr wertvoll seid!“, unterstrich Schweigkofler und bezeichnete die Seniorinnen und Senioren als „Menschen-Experten, die viel Erfahrung im Umgang mit Menschen und Beziehungen mitbringen“. Die Gesellschaft tendiere heute dazu, dass jene, die nichts produzieren, als wertlos angesehen werden. Das gelte auch für ältere Menschen. „Ihr müsst selbst aufstehen und sagen, dass ihr Experten für ein gelungenes Leben seid. Das können die Jungen nicht, das könnt nur ihr“, unterstrich Schweigkofler.<h3> Präsentation des Buches „Ein Bergbauernleben“</h3>Im Rückblick auf das vergangene Jahr hoben Theresia Agreiter Larcher sowie ihre beiden Stellvertreter Rita Vantsch Verginer und Hansi Weissensteiner die vielen Veranstaltungen, Projekte und Begegnungen hervor, mit denen die Seniorenvereinigung Gemeinschaft gefördert und die Interessen ihrer Mitglieder vertreten hat. Einen besonderen Stellenwert hatte die zu Ehren von Hans Messner bei der letzten Landesversammlung sowie das Gedenken an den kurz darauf verstorbenen Ehrenpräsidenten.<BR /><BR /> Großen Raum nahm außerdem die Netzwerkarbeit mit politischen Verantwortungsträgern, Fachleuten und Partnerorganisationen ein. Besonders erfreulich war schließlich die Gründung von zwei neuen Ortsgruppen in Pfunders und Schluderns, womit die Seniorenvereinigung nun 70 aktive Gruppen zählt.<BR /><BR />In den Grußworten sprachen die Ehrengäste ihr Lob für das gelungene Tagesmotto aus.<h3> „Optimismus im Leben entscheidend“</h3>EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann rief zu einer optimistischen Grundhaltung auf: „Wir brauchen Optimismus im Leben und in der Gesellschaft, wir müssen eine positive Einstellung vermitteln. Nur so wird es uns gelingen, dass junge Leute in die Landwirtschaft kommen und dort bleiben.“<BR /><BR />Landeshauptmann-Stellvertreterin Rosmarie Pamer lud die Senioren ein, ehrenamtlich tätig zu sein und in den Gemeinden die Einrichtung von Seniorenbeiräten einzufordern. „Was brauchen die älteren Menschen in den Gemeinden? Diese Frage könnt nur ihr vor Ort beantworten!“ Die Unterstützung für Rentner werde weitergeführt und ausgebaut.<BR />Landwirtschafts-Landesrat Luis Walcher wünschte sich auch weiterhin aktive Seniorinnen und Senioren, die Lust haben, im Land etwas zu bewegen: „Wir brauchen euch auch weiterhin, wenn wir unser Land und unsere Heimat gut weiterentwickeln wollen.“<BR /><BR />Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser erinnerte an die soziale Absicherung, die der Bauernbund zum Jahresmotto erkoren hat. „Rentenzuschüsse und Zusatzrente sind hier wichtige Themen, die wir weiterbringen wollen.“<h3> Tagesmotto „Jetzt geht’s los“</h3>Landesbäuerin Antonia Egger verband das Tagesmotto „Jetzt geht’s los“ mit dem „Internationalen Jahr der Bäuerinnen“, für das sich die Bäuerinnen einiges vorgenommen haben: „Wir wollen die Arbeit der Bäuerinnen und ihre Rolle für die Ernährungssicherheit sichtbar machen und sie gleichzeitig sozial besser absichern“, betonte Egger.<BR /><BR />Bauernjugend-Landesobmann Raffael Peer bekräftigte die hohe Motivation der jungen Generation auf den Höfen: „Die Landwirtschaft hat viel zu bieten, wir wollen weniger jammern, mehr anpacken und die Jungen motivieren, ihre Ideen umzusetzen.“<BR /><BR />Otto von Dellemann, der Vorsitzende des Südtiroler Seniorenbundes, rief die Seniorinnen und Senioren am Schluss noch einmal dazu auf, ihre Anliegen aktiv zu vertreten: „Wir haben die Zeit und wir haben die Kraft dazu. Wir wissen am besten, was wir brauchen“, betonte von Dellemann und setzte damit den Schlusspunkt einer sehr selbstbewussten und positiven Versammlung.