Das Auftauchen eines meist farbenfrohen und mit großen Werbeschriften versehenen Heißluftballons am Horizont wird oft mit Interesse bestaunt. Die Fahrt mit einem Heißluftballon gilt zudem als etwas ganz Besonderes: Das lautlose Dahingleiten und die uneingeschränkte Rundumsicht müssen ein ganz eigenartiges Gefühl von Freiheit und ein Hauch von Abenteuer verleihen. <BR /><BR />Vor etwa 100 Jahren war die Fahrt mit einem solchen Luftschiff, der mit Ballastabwurf und Gasablass gesteuert wurde, wesentlich gefährlicher als heute. Abstürze, Unfälle oder Notlandungen waren keine Seltenheit.<BR /><BR /> So machten 1912, im Jahre des Unterganges der Titanic, die Bewohner des sonst so beschaulichen Dorfes Lungiarü im Gadertal eine unerwartete Bekanntschaft mit dem technischen Fortschritt in der Luftfahrt. Sie werden ihren Augen kaum getraut haben, als sie über ihnen in den Lüften einen riesigen Ball schweben sahen, ein Flugobjekt, von dem sie zuvor nur vom Hörensagen oder vielleicht aus Zeitungsberichten gehört hatten. <h3> Eine Notlandung</h3>Der Ballon muss rasch an Flughöhe verloren haben, bis er schließlich unfreiwillig auf einer Wiese unweit des Dorfzentrums aufsetzte. Was als eine idyllische Ballonfahrt in die Dolomiten begann, endete also mit einer Notlandung in Lungiarü und machte eine bestimmt ungewöhnliche Bergungsaktion notwendig. <BR /><BR />Über den Grund für die unfreiwillige Landung ist nichts überliefert. Auch über die Ursachen der Notlandung weiß man nichts: Wurde der Ballon von einem Windstoß erfasst, war ein Wetterumschwung oder ein plötzlich heraufgezogenes Gewitter für die Notlandung verantwortlich?<BR /><BR />Wie man auf einem historischen Foto sieht, legte sich die riesige Ballonhülle nach der Landung quer über die Wiese. Dieses Ereignis muss in Lungiarü sehr schnell Aufmerksamkeit erweckt haben. Auf dem Bild sieht man sehr gut, dass alles, was Beine hatte, herbeigeeilt war. Die Arbeit auf dem Feld und Hof war nunmehr Nebensache. <BR /><BR />Die Ballonfahrer werden sich in Lungiarü nach einer Unterkunft mit Beköstigung erkundigt und das kleine Dorf noch lange in – hoffentlich guter – Erinnerung behalten haben. <BR /><BR />Haben Sie Kenntnis oder Berichte von der Notlandung? Info an dolomiten.ladinia@athesia.it<BR />