Freitag, 30. Oktober 2015

Servus Serval: Chiku darf nicht wieder nach Hause

Im Fall Chiku ist am Landesgericht Bozen am Freitag das Urteil gefallen. Demnach wird das Tier nicht an seinen Besitzer Herbert Raich zurückgegeben. Raich muss wegen der illegalen Haltung eines gefährlichen Tieres zudem eine Geldstrafe zahlen.

Ist Chiku ein reinrassiger Serval oder ein Hybrid?
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Ist Chiku ein reinrassiger Serval oder ein Hybrid?

Richter Stefan Tappeiner war fest entschlossen, im tierischen Fall am Freitag ein Urteil zu fällen. Wie dieses aussehen würde, war bis zum Schluss nicht absehbar.

Reinrassigkeit nicht geklärt

Denn die Reinrassigkeit von Kater Chiku blieb bis zuletzt ein Streitfall. Mircea Pfleiderer, die Gutachterin des Gerichtes, hat Chiku eindeutig als Serval identifiziert. Michele Capasso, Gutachter der Verteidigung, aber hatte die Wissenschaftlichkeit ihres Ergebnisses in Frage gestellt (STOL hat berichtet).

Chiku-Herrchen Herbert Raich aus St. Pankraz wurde zu Last gelegt, den Kater ohne entsprechende Genehmigung gehalten zu haben. 

Schadensersatz gefordert

Die Staatsanwaltschaft plädierte am Freitag für eine Geldstrafe von 6000 Euro. Während von den Nebenklägern die Tierschutzorganisation Enpa als Abschreckung 15.000 Euro Schadensersatz wegen nicht artgerechter Haltung forderte, verlangte die Liga gegen Tierversuche LAV einen Euro Schadenersatz als symbolische Geste. 

Die Verteidigung hatte bis zuletzt darauf verwiesen, dass es sich bei Chiku um einen Hybriden handelt. Der Kaufpreis von 2500 Euro sollte ein weiteres Indiz dafür sein, denn für reinrassige Servals würden Preise auch über 8000 Euro bezahlt.

Illegale Haltung eines gefährlichen Tieres

Tappeiners Urteil: Herbert Raich wurde der illegalen Haltung eines gefährlichen Tieres für schuldig befunden. Er muss zudem eine Geldstrafe von 5500 Euro bezahlen. Die Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt. Vom Vorwurf der Misshandlung wurde Raich hingegen freigesprochen. Die Urteilsbegründung steht noch aus. 

WWF soll Chiku unterbringen

Das Tier selbst bleibt derweilen im Auffangzentrum für Wildtiere in Semproniano. Die Organisation für Natur- und Artenschutz WWF wird beauftragt, ein finales Quartiert für Chiku zu finden. 

stol/cu/ker

 

stol