<b>Herr Piras, eines gleich vorweg, wie geht es den beiden Stadtpolizisten, die bei der Festnahme eines Marokkaners in der Goethestraße verletzt wurden?</b><BR />Fabrizio Piras: Sie sind bereits Zuhause und werden für 10 Tage im Krankenstand bleiben. Ein Beamter hat noch Probleme, da er eine Verletzung bei einem Zahn davongetragen hat und muss einige Untersuchungen durchführen lassen. Insgesamt hätte es sehr viel schlimmer ausgehen können. Ich bin froh, dass beide Polizisten sehr professionell gehandelt haben, auch weil sie gut ausgebildet sind.<BR /><BR /><b>Es hat den Anschein, als würden sich gewalttätige Zwischenfälle, die oft auch auf Alkohol- und Drogenmissbrauch zurückzuführen sind, häufen. Können Sie das bestätigen?</b><BR />Piras: Fachleute und Experten sind sich einig, dass der missbräuchliche Konsum von Alkohol und Drogen hierzulande steigt. Insofern ist es eine logische Folge, dass wir als Beamte auch häufiger mit diesem Phänomen konfrontiert sind. Umso wichtiger ist für uns eine gute Aus- und Fortbildung, um solchen Situationen angemessen begegnen zu können. Es gibt gewisse Deeskalationstechniken, die unsere Polizisten beherrschen und auch einsetzen, um gewalttätige Episoden möglichst bereits im Vorfeld abzufangen. Auch wenn es dann doch dazu kommt, wissen die Beamten, was zu tun ist. Das hat sich auch beim jüngsten Vorfall in der Goethestraße wieder gezeigt. <BR /><BR /><b>Die kritische Zone in der Altstadt, also vor allem der Bereich Obstmarkt, hat sich in den vergangenen Monaten etwas beruhigt. Die Anrainerproteste sind nicht mehr ganz so laut. Wirken die stärkeren Kontrollen?</b><BR />Piras: Ich würde sagen ja, denn grobe Ausschreitungen hat es jetzt schon längere Zeit nicht mehr gegeben. Natürlich kann nicht alles verhindert werden und es wird immer wieder zu Episoden kommen, doch die stärkeren und häufigeren Kontrollen haben sich bewährt. <BR /><BR /><b>In der Kaiserau und in Firmian, also in den peripheren Zonen der Stadt, wird der Ruf nach mehr Präsenz hingegen immer lauter. </b><BR />Piras: Wir arbeiten derzeit mit den staatlichen Organen an einem Konzept für diese Stadtbereiche. Wir möchten uns bei den Kontrollen besser koordinieren und diese intensivieren. Auch in den Nachtstunden. Wir setzen stark auf Prävention. Wenn unsere Beamten anwesend sind, können sehr viele kritische Situationen schon im Vorfeld verhindert werden.