Eine Passagierin bemerkte auf der Linie 15 einen uniformierten Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs ATM, der auf seinem Smartphone Bilder weiblicher Fahrgäste kommentierte. Die Aufnahmen stammten offenbar aus den Überwachungskameras der Straßenbahn.<BR /><BR />Nach Angaben der Aktivistin und Autorin Carlotta Vagnoli sollen mehrere Mitarbeiter des Mailänder Nahverkehrsunternehmens ATM Standbilder von Frauen aus den Bordkameras entnommen und in einer WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Ticinese Staff“ geteilt haben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1324305_image" /></div> <BR /><BR />Die Fotos seien mit sexistischen Kommentaren versehen worden. Die Zeugin fotografierte die Chat-Nachrichten und wandte sich anschließend an Vagnoli, die den Fall in ihrem Newsletter öffentlich machte. Demnach zeigten die Bilder keine sicherheitsrelevanten Vorfälle, sondern gezielt Körperteile und Gesichter ahnungsloser Fahrgästinnen.<BR /><BR />ATM reagierte umgehend und leitete eine interne Untersuchung ein. Das Unternehmen kündigte ein hartes Vorgehen gegen mögliche Verantwortliche an. In einer Stellungnahme betonte der Verkehrsbetrieb, man wolle den Vorfall umfassend aufklären, den korrekten Umgang mit den technischen Systemen überprüfen und die Fahrgäste schützen. Zudem werde eine Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden vorbereitet.<BR /><BR />Vagnoli sprach von einem weiteren Beispiel technologiegestützter geschlechtsspezifischer Gewalt. „Die Betroffenen sind ohne ihr Wissen gefilmt, fotografiert und anschließend zum Gegenstand sexistischer Kommentare gemacht worden“, protestierte die Autorin. Auch in sozialen Netzwerken löste der Fall Empörung aus. Die Influencerin Carly Tommasini bezeichnete die Vorgänge als „subkulturellen Misthaufen“.<BR /><BR />Die Ermittlungen des Unternehmens dauern an. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie die Bilder aus den Überwachungssystemen in private Chats gelangen konnten und wie viele Mitarbeiter an der Gruppe beteiligt waren.