Samstag, 14. Mai 2022

Sexistische Attacken gegen Brigitte Foppa: Es wird weiter ermittelt

Die Ankündigung, dass die Erhebung wegen eines gegen sie gerichteten, schwer beleidigenden Facebook-Postings eingestellt werden könnte, hatte die Grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa zutiefst enttäuscht. Umso erfreuter war sie am Freitag, dass die Bozner Staatsanwaltschaft in dem Fall weiter ermittelt.

„Für mich war es ein Statement, die Anzeige zu machen“, unterstreicht Brigitte Foppa. - Foto: © Matteo Groppo

Es war Anfang des Jahres 2021, als ein Facebook-User eine sexistische Attacke gegen Brigitte Foppa postete, die weit unter der Gürtellinie lag. Foppa erstattet Anzeige gegen den Unbekannten, der seinen Kommentar unter einem Nickname abgegeben hatte. Als sie im Herbst die Mitteilung erreichte, dass das Ermittlungsverfahren archiviert werden könnte, weil der Urheber des Kommentars „unauffindbar“ sei, legte Foppa dagegen Widerspruch ein, woraufhin weiter ermittelt wurde.

„Ich hatte auch beantragt, angehört zu werden. Doch vor einer Woche habe ich genau dieselbe Mitteilung wie vor dem ersten Archivierungsantrag erhalten. Ich war ziemlich frustriert“, sagt Foppa. Denn sie war überzeugt, den Fahndern durchaus zweckdienliche Hinweise gegeben zu haben. Umso erfreuter war sie gestern, als sie erfuhr, dass der stellvertretende Leitende Staatsanwalt Axel Bisignano weiterführende Erhebungen angeordnet hat.

Den Ermittlern soll nämlich eine Zeugenaussage vorliegen, die sich durchaus als heiße Spur zum gesuchten Facebook-User erweisen könnte. Dass die Erhebung jetzt nicht eingestellt wird, sei eine „positive Botschaft“, sagt Foppa. „Für mich war es ein Statement, die Anzeige zu machen“, unterstreicht sie. Es sei „die einzige Hoffnung“, damit soziale Medien und das Internet nicht zu rechtsfreien Räumen werden.

„Die Solidarität in der Gesellschaft ist groß. Ich mache mittlerweile jeden Schritt öffentlich, wenn ich das Thema bringe. Und jedes Mal kriegt man dafür ein paar hinter die Löffel von hämischen Schreiberlingen. Umso wichtiger ist es, dass wir, die wir in der Öffentlichkeit stehen, die Reaktion darauf vorleben.“

Aber auch andere könnten klar „Nein“ sagen, so Foppa. Man dürfe nicht zulassen, dass „das Thema ins allgemeine Schweigen fällt, denn dadurch dringt es noch viel schlimmer durch“.

Sollte es letztendlich doch zu einem Archivierungsantrag kommen, werde sie auch gegen diesen Widerspruch einlegen, kündigt Foppa an.

mic/rc

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