Hier der erste Fall.<BR /><BR />Bereits in einem Bericht über den damaligen Kooperator aus der Mitte der 1960er-Jahre ist vermerkt, dass sich der Priester gegenüber jungen Männern auffällig verhält. In diesen 5 Jahren als Kooperator fällt er durch homosexuelle Beziehungen zu erwachsenen Männern auf, aber auch minderjährige Buben werden vor ihm gewarnt.<BR /><BR />Nach einem Wechsel kehrt er als Pfarrer und Religionslehrer in diese Pfarrei zurück. In der Mitte der 1990er-Jahre nimmt sich dort ein junger Lehrer das Leben, in der Pfarrei werden Stimmen laut, die behaupten, dass dieser Suizid auf Missbrauch im Kindesalter durch den Priester zurückzuführen sei. <h3> Proteste in Pfarrei eskalieren</h3>Generalvikar Josef Michaeler ersucht den Geistlichen, auf das Begräbnis zu verzichten, dieser hält es aber trotzdem ab. Die Proteste in der Pfarrei eskalieren, ein tiefer Riss geht durch die Gemeinschaft. <BR /><BR />Einige Monate nach dem Begräbnis des Lehrers stattet Bischof Wilhelm Egger der Pfarrei einen Pastoralbesuch ab, laut Protokoll wird er auf die Untaten des Priesters angesprochen. Der Bischof lädt die Bevölkerung ein, ihm Vorfälle zu melden. <h3> Priester verschwindet aus Gemeinde</h3>Wieder einige Monate später stellen Gemeindemitglieder den Priester im Widum zur Rede. Er willigt ein, in einer Erklärung seine Schuld einzugestehen und sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Diese Stellungnahme wird aber nie veröffentlicht, da der Priester kurz darauf aus der Gemeinde verschwindet. Bei den Gottesdiensten verlesen Kooperator bzw. Pfarrer einen Abschiedsbrief an die Pfarrei, in dem nur von möglichen Fehlern die Rede ist. <BR /><BR />Wie berichtet wurden seit der Diözesangründung im Jahr 1964 59 Minderjährige durch Priester nachweislich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit sexuell missbraucht. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/sexueller-missbrauch-in-suedtirols-kirche-59-opfer-41-beschuldigte-priester" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Das geht aus dem unabhängigen Bericht der Münchner Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl hervor, der am Montag in Bozen vorgestellt wurde.</a>