Im Mailänder Gefängnis San Vittore gab er vor Staatsanwalt Antonio Pansa und seiner Kollegin Letizia Mannella auch zu, dass er die junge Frau missbraucht haben, bevor er sie erdrosselte, berichtete sein Anwalt Massimiliano Migliara. Valdez Velazco erzählte den Ermittlern, er habe Aurora am selben Tag kennengelernt, an dem er die Frau getötet habe. Die beiden hätten sich unweit der U-Bahn-Station Cimiano getroffen. <BR /><BR />Aurora habe ihn um Geld für Zigaretten gebeten. Daraufhin seien sie dann gemeinsam losgegangen, „um Zigaretten zu kaufen“. Valdez Velazco, der am selben Tag bereits versucht hatte, eine andere junge Frau zu missbrauchen, die jedoch fliehen konnte, war Aurora bis zu einem Haus in der Via Paruta gefolgt. Er habe sie schließlich erwürgt - wie die Autopsie bestätigte -, während er Aurora missbrauchte. Der 57-Jährige gab an, dass er erst am nächsten Tag beim Ansehen der Fernsehnachrichten realisiert habe, dass er die junge Frau getötet hatte, und dass er über das Mädchen gewacht habe, „weil er dachte, sie schliefe“. Die Ermittler prüfen derzeit, ob sie den Mann wegen des neuen Straftatbestands des Femizids anklagen werden, was ihm lebenslängliche Haft kosten könnte.<BR /><BR />Aurora Livoli, geboren in Rom und aufgewachsen in der Provinz Latina, war Chemiestudentin im ersten Studienjahr. Sie hatte am 4. November ihr Elternhaus verlassen. Der letzte telefonische Kontakt mit den Angehörigen fand am 26. November statt. Aurora erklärte damals, es gehe ihr gut und sie habe nicht die Absicht zurückzukehren, aber ohne Hinweise auf ihren Aufenthaltsort zu geben. Auroras Leiche wurde am 28. Dezember unweit eines Blumenbeets im Wohngebäude in der Via Paruta in Mailand entdeckt. Bei ihr wurden keine Dokumente gefunden, auch ein Mobiltelefon fehlte. Anwohner des Gebäudes konnten keine Hinweise geben, niemand kannte sie.<h3> Valdez Velazco hätte ausgewiesen werden sollen</h3>Was besonders schockiert an diesem Fall: Valdez Velazco hatte in der Vergangenheit mehrfach junge Frauen angegriffen und versucht, sie zu erwürgen.<BR /><BR />Im Oktober 2019 wurde er von den Carabinieri in Mailand festgenommen, als er gerade eine Landsfrau in der Via Padova vergewaltigte. Für dieses Verbrechen wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt. Deswegen verbrachte er eine Zeit im Gefängnis.<BR /><BR />Nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt erließ die italienische Regierung 2024 einen Ausweisungsbefehl gegen ihn. Dieser wurde jedoch nicht vollzogen, da Valdez Velazco einen abgelaufenen Reisepass hatte und zudem ein ärztliches Attest vorlegte, das ihm bescheinigte, dass er für die Unterbringung in einem Rückführungszentrum (CPR) als „ungeeignet“ galt.<BR /><BR />Nur ein Jahr nach seiner Gefängnisentlassung im Juli 2024 soll Valdez eine italienische Frau in Cologno Monzese angegriffen und sexuell belästigt haben, indem er sie am Hals packte. Dieser Vorfall wurde später aufgeklärt, jedoch erst im Nachhinein konnte Valdez identifiziert und auf freiem Fuß angezeigt werden, teilten die Ermittler mit. Im Juli 2025 wurde Valdez beschuldigt, eine weitere peruanische Frau angegriffen und vergewaltigt zu haben.