Samstag, 15. Mai 2021

Sexuelle Gewalt an Tochter: 51-Jähriger zu 9 Jahren Haft verurteilt

9 Jahre Haft hat Richterin Carla Scheidle über den 51-Jährigen verhängt, dem sexuelle Gewalt an seiner minderjährigen Tochter zur Last gelegt wurde. Ihm wurde vorgeworfen, sie über knapp 2 Jahre sexuell missbraucht zu haben – bis sie schwanger wurde.

Ein 51-Jähriger Vater und seine Frau wurden nach dem Missbrauch an ihrer Tochter zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
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Ein 51-Jähriger Vater und seine Frau wurden nach dem Missbrauch an ihrer Tochter zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Auch die Mutter wurde verurteilt, und zwar zu 4 Jahren Haft. Die Richterin verhängte auch eine Reihe von Nebenstrafen. Beiden Angeklagten wurde aufgrund des verkürzten Verfahrens die gesetzlich vorgesehene Reduzierung des Strafmaßes um ein Drittel zugestanden.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau zur Last gelegt, insofern an der strafbaren Handlung des Gatten beteiligt gewesen zu sein, als sie nicht nur über den Missbrauch Bescheid gewusst habe: Laut Anklagesatz habe sie den Willen ihres Mannes, das Ehebett mit der Tochter zu teilen, sogar unterstützt.

Wie ein psychiatrischer Sachverständiger am vorhergehenden Prozesstag erklärt hatte, sei die Frau in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Ehemann gestanden. Angehört worden war auch die Mutter des 51-Jährigen. Er war aus dem Bozner Gefängnis in den Gerichtssaal gebracht worden und bleibt weiter hinter Gittern, seine Frau ist auf freiem Fuß.

Dem Mann wurde vorgehalten, er habe seine Tochter mehrfach gezwungen, sexuelle Handlungen über sich ergehen zu lassen. Begonnen habe das alles, als die Tochter 14 Jahre alt war, und herausgekommen sei es, als sie von ihrem Vater schwanger wurde. Wenige Wochen später erfolgte die Abtreibung des durch den Missbrauch entstandenen Ungeborenen.

Inzwischen war auch das Jugendgericht eingeschaltet worden, das dafür sorgte, dass das Mädchen an einen sicheren Ort kam. Der Vater war in der Folge vom Amtssachverständigen Josef Schwitzer für einsichts- und willensfähig befunden worden. Der Gutachter der Staatsanwaltschaft, Michele Piccolin, schloss sich der Ansicht an. Im Raum stand neben dem Vorwurf der sexuellen Gewalt (Art. 609bis StGB) unter erschwerenden Umständen (Art. 609ter StGB) auch jener des Inzests.

Dafür erging ein Freispruch, weil die Tat nicht vorliegt. Damit der Straftatbestand des Inzests erfüllt ist, setzt der Gesetzgeber im Sinne von Art. 564 StGB explizit voraus, dass die Tat in einer Weise begangen wurde, die „ein öffentliches Ärgernis erregt“ bzw. einen Skandal zur Folge hat. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig, die Begründung liegt in 60 Tagen vor.

rc

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