Mittwoch, 6. April 2022

Sexuelle Gewalt: Gräueltaten gegen Kinder und Alte

Nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwältin Irina Venediktova hat die russische Armee in der Ukraine sexuelle Gewalt nicht nur gegen Frauen und Männer, sondern auch gegen Kinder und ältere Menschen ausgeübt.

Ein Unterschlupf in einem ukrainischen Kinderkrankenhaus. - Foto: © APA/afp / SERGEI SUPINSKY

Dies berichtet „Ukrainska Pravda“. Bei den Strafverfolgungsbehörden sei eine Reihe von Beschwerden eingegangen, von denen einige auch in sozialen Netzwerken verbreitet wurden.

Venediktov sagte auf einer Koordinierungssitzung mit Strafverfolgungs- und Regierungsbehörden, dass die Staatsanwaltschaft sich einig sei, dass internationale Protokolle zur Untersuchung dieser Kriegsverbrechen verwendet werden müssten, und forderte die Untersuchung aller Fälle von sexuellem Missbrauch von Opfern des Konflikts.

Schwere Kämpfe und Luftangriffe auf Mariupol

Indes halten in der eingekesselten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol die schweren Kämpfe und russischen Luftangriffe an. „Die humanitäre Lage in der Stadt verschlechtert sich“, teilt das britische Verteidigungsministerium auf Basis von Informationen des Militärgeheimdienstes am Mittwoch mit. In der Region Lwiw (Lemberg) im Westen der Ukraine haben sich am Dienstagabend mehrere Explosionen ereignet.

„Alle müssen in den Schutzräumen bleiben“, schrieb Gouverneur Maksym Kosytsky im Onlinedienst Telegram und verwies auf Explosionen nahe Radechiv, einer rund 70 Kilometer nordöstlich von Lwiw gelegenen Stadt. Später schrieb er, bisher gebe es keine Berichte über Opfer.

Ende März hatte Russland Raketen auf ein Treibstofflager und eine Militäranlage in Lwiw abgefeuert. Die Großstadt Lwiw ist nur rund 70 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Lwiw blieb bisher weitestgehend von den Kämpfen in der Ukraine verschont.

Einwohner ohne Licht, Kommunikationsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, Heizung oder Wasser

Die Stadt ist Zufluchtsort und Durchgangsstation für Hunderttausende Flüchtlinge aus den anderen Landesteilen der Ukraine. Auch viele westliche Diplomaten waren nach Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar von der Hauptstadt Kiew nach Lwiw umgezogen, weil die Stadt im Westen der Ukraine als sehr viel sicherer gilt.

Russland hat auch seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadtregion fortgesetzt. In den Dörfern Welyka Dymerka und Bogdanikowa im Großraum Kiew sind laut Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft vom Dienstag zwölf Menschen durch Gewehrfeuer und Artillerie getötet worden. In Butscha gingen unterdessen die Aufräumarbeiten weiter. Bei einem Ortsbesuch sagte der ukrainische Innenminister Denys Monastyrsky, dass in den Wohnungen und Wäldern noch „dutzende Leichen“ lägen.

Ukraine beklagt eine Vielzahl von Kriegsverbrechen

In Mariupol müssen die meisten der verbliebenen Einwohner ohne Licht, Kommunikationsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, Heizung oder Wasser auskommen, teilte das britische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Die russischen Streitkräfte hätten den Zugang für humanitäre Hilfen verhindert, wahrscheinlich um den Druck auf die Verteidiger zur Kapitulation zu erhöhen.


Die Ukraine wirft Russland einen brutalen Angriffskrieg und eine Vielzahl von Kriegsverbrechen auch in Mariupol vor. Russland hatte die selbsternannte Volksrepublik Donezk und die benachbarte Region Luhansk im Februar gegen internationalen Protest als unabhängige Staaten anerkannt und war dann in die Ukraine einmarschiert.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

stol

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