Vor allem in der Telefonzentrale sei es wichtig. „Es rufen Frauen an, die entschieden haben, ihr Leben umzukrempeln. Sie brauchen aber Hilfe dabei, Verständnis, die richtigen Worte, damit sie den Mut finden, bei ihrer Entscheidung zu bleiben“, sagt Oberst Raffaele Rivola. <BR /><BR />Von Jänner bis Mai des laufenden Jahres haben alle Sicherheitskräfte gemeinsam insgesamt 21 Fälle von Stalking, 64 Fälle von Gewalt in der Familie und 36 Fälle von sexueller Gewalt verfolgt. Über 65 Prozent der Akten in diesen Bereichen liegen bei den Carabinieri – in fast allen Gemeinden gibt es eine Station. <BR /><BR />Wenn Gewalt in der Familie oder gegen eine Frau vorliegt, sei vor allem der Mut zur Anzeige wichtig. „Die Täter bringen wir in diesen Fällen immer zur Anzeige“, sagt der Landeskommandant der Carabinieri. Ein typisches Täterprofil gibt es in diesem Bereich nicht: Gewalt gegen Frauen gibt es in allen Gesellschaftsschichten, Sprachen, mit jeglichem Bildungsstand. <BR /><BR />Die Sicherheitskräfte greifen bei ihrer Arbeit auf ein starkes Netz an Vereinen zurück, die Frauen in solchen Situationen zur Seite stehen – eine zweiseitige Liste mit Organisationen, die helfen, liegt vor. „Sehr wichtig ist es aber auch, bei der Befragung sensibel vorzugehen und auch einen Raum zu haben, wo sich Kinder aufhalten können“, sagt Rivola. Sehr oft bringen die Frauen, die Gewalt in all ihren Formen erlitten haben, die Kinder mit. In einigen Kasernen haben die Carabinieri eigene Räume eingerichtet – „überall war uns das aus Platzgründen leider nicht möglich“, sagt Rivola. <BR />