Die Depression soll die Folge einer komplizierten Periode sein, die mit seinem Rücktritt als Kultur-Staatssekretär im vergangenen Jahr begann. Sgarbi, der 2023 für den Südtiroler Landtag kandidieren wollte, ist mit einer Reihe von Justizermittlungen konfrontiert.<h3> Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Veruntreuung</h3>Im Jänner 2024 hatte die Staatsanwaltschaft der Stadt Macerata gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Kulturgütern im Zusammenhang mit einem Bild des Barockmalers Rutilio di Lorenzo Manetti eingeleitet, das 2013 aus dem Schloss Buriasco im norditalienischen Piemont gestohlen worden war. Dabei geht es um das Gemälde „Die Gefangennahme des Heiligen Petrus“. Das Gemälde war 2013 aus dem Schloss von Buriasco verschwunden und laut den Ermittlern 2021 bei einer Ausstellung in der Toskana als angebliches Eigentum Sgarbis wieder aufgetaucht. <BR /><BR />Der rechte Politiker, der zu den bekanntesten italienischen Kunstkritikern zählt, behauptet, dass es sich um zwei verschiedene Gemälde handle. Das Bild aus seinem Eigentum habe er einst in einer verlassenen Villa gefunden. Er bezeichnete die Vorwürfe gegen ihn als Verleumdung. <BR /><BR />Gegen Sgarbi laufen außerdem bereits Ermittlungen wegen illegaler Ausfuhr eines Gemäldes des französischen Malers Valentin de Boulogne (1591-1632). In diesem Fall soll der Kunstkritiker versucht haben, das Bild im Ausland zu verkaufen, lautet der Verdacht. <h3> Große gesundheitliche Probleme</h3>Auch die Sorge wegen seines Prostatakrebses, an dem er leidet, hatte den wegen seines feurigen Temperaments bekannten Sgarbi schwer mitgenommen. „Manchmal kann ich noch arbeiten, aber meistens verbringe ich viele Stunden im Bett. Meine derzeitige Melancholie oder Depression ist ein moralischer und physischer Zustand, den ich nicht bekämpfen kann. So wie wir einen Körper haben, so gibt es auch den Geist und seine Schatten, die Gedanken, die Geister, die uns begleiten und die ich nicht verjagen kann. Ich habe bisher nie unter Depression gelitten“, erklärte Sgarbi. <BR /><BR />Viele Freunde und Bekannte sind um Sgarbis Gesundheit besorgt. „Sein Universum wird gesundheitsbedingt immer kleiner: Das ist dramatisch für jemanden, der davon überzeugt war, die Welt beherrschen zu können“, sagte der mit Sgarbi befreundete Journalist und Schriftsteller Marcello Veneziani. Er fügte hinzu, dass die „unverhältnismäßige Größe des Egos“ Sgarbi zu „destruktiven Verhaltensweisen“ verleite.