<BR />Der Schnee knirscht unter meinen Stiefeln, als ich die Rodel hinter mir herziehe. Auf der Übungspiste, die im Sonnenschein glitzert, stehen schon die drei Ausbilder und die anderen Teilnehmer. „Rodeln kann jeder, irgendwie kommt man immer den Berg hinunter“, sagt Rodelausbilderin Doris Perathoner und setzt ihre Sonnenbrille auf. „Aber sicher rodeln, das will gelernt sein.“<BR /><BR />Sie ist eine der drei sogenannten Rodel-Guides des Vereins „Sicher Rodeln“. Die anderen beiden sind Vereinspräsident Martin Psenner und Patrick Lambacher. Derzeit gibt es in Südtirol keine Möglichkeit, diese Ausbildung zu machen, dafür mussten die drei nach Österreich gehen. Alle drei sind ehemalige Profis im Naturrodeln.<BR /><BR />Wir bilden einen Kreis. Zunächst werden die Basics geübt. Gebremst wird, indem man beide Beine auf den Boden drückt und die Arme seitlich anwinkelt. „Die Ellbogen spitz nach außen“, erklärt Perathoner. „Je näher die Beine an der Rodel sind, desto mehr Kontrolle hat man“, ergänzt Lambacher.<h3> Kontrolle ist das A und O</h3>Und Kontrolle sei das A und O beim sicheren Rodeln. Verliert man sie, kann man sich schnell verletzen. Da man auf eisigem Untergrund auch schnell ins Rutschen kommt, sind die Sportgeräte alle mit neuartigen Bremsen ausgestattet. Diese bieten zusätzliche Sicherheit.<BR /><BR />Doch heute ist der Schnee weich. Um zu lenken, verlagern wir unser Gewicht und helfen mit Händen und Füßen mit. „Euer Körper steuert den Schlitten. Wo ihr euch hinlehnt, da landet ihr auch“, erklärt Perathoner. „Wenn man den Dreh raus hat, ist es ganz leicht und macht großen Spaß“, sagt eine Kursteilnehmerin. Mit der Meinung scheint sie nicht alleine: 33.000 Personen sind laut Vereinsgründerin Uta Radakovich am stärksten Tag der vergangenen Saison in ganz Südtirol gerodelt. Etwa 2.500 – 3.000 Personen rodeln an einem Sonntag in Reinswald die Piste hinunter. Die Sportart scheint gut anzukommen und laut Psenner geht der Trend steil nach oben. Doch das berge auch seine Tücken: „Rodeln hat bei vielen Menschen den Ruf, eine Kindersportart zu sein und wird deshalb unterschätzt“, mahnt Psenner. Nicht selten könne das mit schweren Verletzungen enden. Um das zu verhindern, bietet der Verein Kurse an. Die Kurse werden in Skigebieten in ganz Südtirol organisiert.