In den vergangenen Monaten sorgten verbale und körperliche Übergriffe in Bussen des öffentlichen Personennahverkehrs immer wieder für Negativschlagzeilen. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die Gewaltspirale am 11. November, als ein Nicht-EU-Bürger am Dominikanerplatz ausrastete, den Busfahrer beleidigte und bedrohte sowie die Frontscheibe des Busses der Linie 201 erheblich beschädigte, weshalb die Fahrt abgebrochen werden musste.<BR /><BR />Anfang Dezember gaben die Carabinieri schließlich bekannt, ab sofort auf sechs Linien – 3, 5, 35, 110, 111 und 201 – außerordentliche Kontrollen durchzuführen. „Ziel ist es, die Sicherheit von Fahrgästen und Personal im öffentlichen Nahverkehr zu erhöhen“, hieß es damals in einer Aussendung.<BR /><BR />„Meine Kollegen und ich haben seit Dezember noch nie einen Carabinieri-Beamten in einem Bus gesehen“, erklärte Busfahrer Girolamo Frenna gestern im Gespräch mit uns. „Statt konkreter Maßnahmen hat es lediglich eine Werbekampagne gegeben, in der begleitete Fahrten mit Stadtpolizei, Carabinieri und weiteren Sicherheitskräften gezeigt wurden. In der Realität hat man diese Präsenz jedoch nie erlebt“, lautet die scharfe Kritik von Frenna.<h3> „SASA hat eine Mauer aufgebaut“</h3>Die Situation habe sich zudem nicht gebessert – ganz im Gegenteil. „Nach dem Übergriff in der Drususallee, bei dem ein Kollege im Krankenhaus gelandet ist, hat das Unternehmen (SASA, Anm.d.Red.) sozusagen eine Mauer aufgebaut: Man spricht nicht mehr darüber“, kritisierte Frenna. Das Unternehmen kümmere sich nicht um seine Beschäftigten, weshalb für den Monat Jänner drei Streiks vorgesehen seien. „Die Tatsache, dass 75 Prozent der Busfahrer an den Streiks teilnehmen, zeigt deutlich auf, wie groß die Unzufriedenheit ist“, unterstrich Frenna.<BR /><BR />Die Darstellung der Busfahrer weist die Carabinieri-Kompanie jedoch zurück. „Dass die Sicherheitskräfte nicht in den Bussen mitgefahren sind, ist falsch“, konterte Oberstleutnant Stefano Esposito Vangone, Kommandant der Carabinieri-Kompanie Bozen, gestern auf Anfrage. Die Beamten hätten an den folgenden zehn Tagen vormittags (7.30-13.30 Uhr) und nachmittags (14.30-20.30 Uhr) auf den erwähnten Linien Kontrollen durchgeführt: am 24. und 26. November, 3., 5., 11., 12., 22., 23. und 29. Dezember 2025 sowie 7. Jänner 2026.<h3> „Kontrollen waren wegen Christkindlmarkt nötig“</h3>„Bei den Kontrollen wurden die Personen überprüft, die in den Bus eingestiegen sind. Zudem können uns die Ticketkontrolleure kontaktieren, falls bei einer Kontrolle Probleme auftauchen sollten. Im Zuge der außerordentlichen Kontrollen gab es aber auch Fälle, in denen unsere Beamten die Busfahrt von der Ausgangs- bis zur Endhaltestelle begleitet haben“, erklärte Vangone.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1264167_image" /></div> Großartige Zwischenfälle habe es keine gegeben, allerdings hätten wohl mögliche Straftäter beim Anblick der Carabinieri den Bus gemieden und das Weite gesucht. Ob und in welcher Form künftig erneut verstärkte Kontrollen in den Bussen stattfinden werden, ließ Vangone offen.