Die eigentliche Sicherheitshülle sei unversehrt.Etwa 170.000 Menschen seien bisher aus der Gegend 20 Kilometer um den Reaktor Fukushima Daiichi evakuiert worden, aus einem Radius von zehn Kilometern um die Anlage Fukushima Daini rund 30.000 weitere.Japan habe laut IAEA mittlerweile eine Verringerung der Radioaktivität am Katastrophenreaktor festgestellt. Nach einem anfänglichen Anstieg sollen die Werte um das AKW in den vergangenen Stunden zurückgegangen sein. Techniker fluten Reaktor mit MeerwasserDas Unternehmen Tepco, der Betreiber des AKW, hat am Samstag um 20.20 Uhr lokaler Ortszeit begonnen, Meerwasser zur Kühlung in den überhitzten Reaktor zu pumpen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Damit soll nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo eine drohende Kernschmelze verhindert werden.Die gewaltige Explosion zerstörte am Samstagmorgen Dach und Wände eines Gebäudes im Atomkraftwerk Fukushima Eins. Mit ungeheurer Wucht wurden Trümmer in die Luft geschleudert, große Rauchwolken breiteten sich über der Anlage aus. Der Reaktorblock 1 in der Anlage Fukushima Eins stand kurz vor der Stilllegung, wie aus der Datenbank eines slowenischen Forschungszentrums hervorgeht.Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan zeigte sich zwar besorgt über die Lage, sprach aber nicht von einer Kernschmelze. Allerdings hatte die Atomsicherheitskommission schon vor der Explosion erklärt, in dem Reaktor laufe möglicherweise eine Kernschmelze ab. Die japanische Behörde sprach von einer teilweisen Kernschmelze, wie Kyodo meldete – das wäre der erste Fall dieser Art in Japan.Ein Greenpeace-Sprecher sagte der dpa, dass neben der möglichen Kernschmelze in Reaktor 1 in einem weiteren Reaktor des gleichen Kraftwerks ein solches Szenario drohe. Fünf der zehn Reaktoren in den beiden Kraftwerken seien ohne Kühlung, sagte der Sprecher unter Verweis auf Informationen aus der Krisenregion. Angesichts der Verkettung unterschiedlicher Ereignisse sei die Lage womöglich außer Kontrolle. „Es ist dramatisch, weil derzeit scheinbar unkontrolliert Radioaktivität austritt.“Japan um 2,4 Meter verrücktNach Angaben von Wissenschaftlern hat das Erdbeben mit seiner Wucht große Landmassen verschoben. Die japanische Hauptinsel sei um 2,4 Meter verrückt worden, sagte Kenneth Hudnut von der US-Geologiebehörde dem Fernsehsender CNN. Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie ermittelte nach eigenen Angaben außerdem, dass das Beben die Achse der Erdrotation um rund 10 Zentimeter verschoben hat. Das wäre wahrscheinlich die größte Verschiebung durch ein Erdbeben seit 1960, als Chile erschüttert wurde.dpa