10 Prozent mehr im Vergleich zum Jahr 2022 haben im Vorjahr bei der Brixner Vinzenz-Konferenz St. Michael um Hilfe angeklopft.<BR /><BR />„Im vergangenen Jahr wurden 10.145 Kleidungsstücke an 803 bedürftige Mitmenschen verteilt, mit 20.538,45 Kilogramm Lebensmitteln haben Woche für Woche zwischen 60 und 90 Familien, das entspricht 150 bis 300 Personen, die nötigsten Nahrungsmittel erhalten“, berichtet Richard Peer, der Vorsitzende der Brixner Vinzenz-Konferenz St. Michael.<BR /><BR />Es sind Einheimische, wie Menschen mit Migrationshintergrund, Familien, Einzelpersonen, im Renten- wie im erwerbsfähigen Alter. Der Grund: „Die Gehälter bleiben gleich, der Rest steigt kontinuierlich“, so Peer. Während für die einen eine unerwartet notwendig gewordene Zahnbehandlung oder die Anschaffung eines Hörgeräts zum finanziellen Problem wird, das mit einer einmaligen Unterstützung gelöst werden kann, sind andere auf regelmäßige Hilfe angewiesen.<BR /><BR />„Wir haben viele Anfragen. Wenn wir etwa die Hälfte oder auch mehr der Miete übernehmen, muss der Antragsteller den Rest vorher überweisen“, erklärt Peer. Das soll Ansporn sein, sich selbst zu bemühen und anzustrengen.<h3> Bedürftigkeit ist mit ISEE-Erklärung belegt</h3>Wer am Freitagnachmittag zum Kolpinghaus in der Fallmerayerstraße 4 kommt, um ein Paket mit Lebensmitteln oder Kleidung abzuholen, muss seine Bedürftigkeit mit einer ISEE-Erklärung nachweisen. „Wir haben auch eine Verantwortung unseren Spendern gegenüber“, erklärt Peer diesen Schritt. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.<BR /><BR />Als Beispiel, das Mut macht und wo es gelungen ist, jemandem über eine schwierige Zeit zu helfen, erzählt Peer von einem jungen Einwanderer, den die Vinzenz-Konferenz unterstützt hat: mit Lebensmitteln, der Vermittlung von Möbeln… „Irgendwann kam der Mann nicht mehr. Ich sah ihn als Kellner in einem Hotelbetrieb, wo er zuerst als Abspüler eine Arbeit gefunden hatte“.<h3> Auch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine klopfen an</h3>Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine suchen auch viele Kriegsflüchtlinge Hilfe bei der Vinzenz-Konferenz. „Das sind rund 30 Prozent der von uns Unterstützten“, sagt Peer. Manche sind kurz nach Kriegsausbruch nach Südtirol gekommen und geblieben, manche sind bereits wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, andere erst angekommen. „Sie sprechen oft weder Deutsch noch Italienisch, auch kein Englisch“, weist Peer auf die Verständigungsschwierigkeiten hin. Insofern sei die Lebensmittelausgabestelle für die Ukrainer „fast schon ein Treffpunkt geworden“, an dem sie sich in der eigenen Muttersprache austauschen können, beobachtet Peer. <BR /><BR />Peer dankt den Frauen und Männern, die in der Kleiderkammer mitarbeiten, sowie den Jugendlichen, die bei der Lebensmittelaufgabe helfen, darunter auch Theologie-Studenten.<BR /><BR />Die Brixner Vinzenz-Konferenz unterstützt auch P. Anthony, der nach seinem Abschied aus Brixen in Kampala (Uganda) tätig ist und dort in seiner Pfarrei eine eigene Vinzenz-Konferenz – eine „Krankenstation“ – aufbaut. <BR />