Freitag, 04. Dezember 2020

Sie kämpfen gegen Feuer, Unwetter und ein kleines Virus

Der heutige 4. Dezember, der Tag der heiligen Barbara, ist für die Feuerwehren im Land ein besonderer Feiertag: Doch wegen der Pandemie kann auch die Berufsfeuerwehr das Fest ihrer Schutzpatronin heuer nicht wie gewohnt begehen. Anlass zur Rückschau ist der Tag trotzdem.

Feuer sind nicht mehr das Hauptgeschäft der Feuerwehren: Technische Einsätze werden von Jahr zu Jahr mehr. - Foto: © Berufsfeuerwehr Bozen
Der 4. Dezember ist für die Berufsfeuerwehr immer ein ganz besonderer Tag, es ist der Tag ihrer Schutzpatronin, der heiligen Barbara. „Seit jeher wird er immer gebührend mit einer Messfeier und Jahresrückblick zusammen mit aktiven Kollegen, Kollegen im Ruhestand und Gästen gefeiert“, schreibt die Berufsfeuerwehr in einer Aussendung. „Aufgrund der Pandemie haben wir uns schon vor Wochen schweren Herzens dazu entschieden, die Feier abzusagen.“

Kommandant Florian Alber hält Rückschau: „Das Arbeitsfeld der Berufsfeuerwehr war in diesem besonderen Jahr vor allem durch Corona geprägt.“ Ständig mussten die Einsatzabläufe neu abgestimmt, die Ausrückordnungen mehrmals angepasst, die Einsatzprozeduren immer wieder neu ausgerichtet und die Schutzausrüstung der Mannschaften mehrmals nachgebessert werden.

Routinemäßige Einsätze wie z. B. Türöffnungen wurden wegen der Anti-Corona-Bestimmungen zu aufwendigen Einsätzen: Neue Standards für die Schutzausrüstung sind nur einer von vielen Punkten, die es zu beachten gilt.



Etwa gleich viele Einsätze wie 2019

„Mit 3309 Einsätzen ist die Anzahl im Vergleich zum letzten Jahr in etwa gleich geblieben. Pro Tag sind dies im Schnitt 9,06 Einsätze“, heißt es in der Aussendung. Auch heuer habe sich der bereits seit Jahren aufgezeigte Trend der immer weniger werdenden Brandeinsätze bestätigt: „Nur mehr weniger als 15 Prozent aller Einsätze werden im Bereich Brandeinsätze getätigt.“

Das Tätigkeitsfeld der Feuerwehr verschiebe sich immer mehr in den technischen Bereich: Arbeitsunfälle, Kran- und Rüsteinsätze, Überschwemmungen, Umwelteinsätze, Katastropheneinsätze, Wasserrettungseinsätze und vor allem kleinere technische Hilfeleistungen werden wichtiger.

Außergewöhnliche Einsätze

Der 16. Dezember 2019 bleibt den Wehrmännern besonders im Gedächtnis: Damals trat sehr viel Flüssigmethangas am Sadobre-Gelände in der Gemeinde Freienfeld, entlang der Brennerautobahn, aus. „Zusammen mit mehreren freiwilligen Feuerwehren konnte zuerst das Einsatzgebiet großräumig abgesperrt und evakuiert werden, da eine große Explosionsgefahr bestand, um anschließend den Verlust an einer Zapfsäule zu unterbrechen.“


Am 19. Februar dieses Jahres beschädigte ein Dachstuhlbrand in der Altstadt von Bozen ein Haus. Glücklicherweise konnte er relativ rasch unter Kontrolle gebracht werden. „Durch einen koordinierten gemeinsamen Einsatz mit den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bozen konnte dieser Einsatz gut abgeschlossen werden. Bei Bränden im Altstadtbereich ist das große Risiko das sich unkontrolliert ausbreitende Feuer, daher werden Alarmmeldungen in der Altstadt immer mit verstärkten Ausrückeordnungen angefahren“, schreibt die Berufsfeuerwehr.

Am 6. März zerstörte ein Großbrand einen Metzgereibetrieb in Burgstall. Über mehrere Tage kämpfte eine Vielzahl an Feuerwehren, um des Großfeuers Herr zu werden.

Unfälle auf der Brennerautobahn

Die Hauptverkehrsadern, wie die Brennerautobahn, sind immer wieder Schauplatz von Verkehrsunfällen – oft mit LKW-Beteiligung. „Dies bedeutet für die Berufsfeuerwehr immer wieder lange, aufwendige Einsätze, auch unter Zuhilfenahme von Kranfahrzeugen“, schreibt die Feuerwehr.



Überhaupt sei zu erwähnen, dass sich im ablaufenden Jahr die Anzahl der Kran- und Rüsteinsätze auf die beträchtliche Anzahl von 46 Einsätzen erhöhte, „deshalb kommt die Anschaffung eines neuen Feuerwehrkrans sehr gelegen“. Der alte über 30 Jahre im Dienst stehende Kran wurde durch ein neues, dem neuesten Stand der Technik entsprechendes Fahrzeug ersetzt und wird demnächst in den Dienst gestellt. Dann kann der neue Kran in ganz Südtirol zum Einsatz kommen.

stol