<b>von Alexandra Geyr</b><BR /><BR />Vor über 30 Jahren wurde das Kuratorium für Technische Kulturgüter gegründet. Es hat sich zu einem Kompetenzzentrum für eben diese Kulturgüter mit dem Schwerpunkt auf den zentralen Alpenbereich und Südtirol entwickelt. Am Mittwochabend standen besondere Kulturgüter des Wipptals im Zentrum. <BR /><BR /> Um die Dokumentation und Inwertsetzung der technischen Kulturgüter im Wipptal und insbesondere in der Gemeinde Freienfeld bestmöglich zu unterstützen, wurde ein Promotoren-Komitee gegründet. Konkret stehen 4 Projekte im Mittelpunkt: das Bahnwärterhäuschen in Mauls, die Hängebrücke über den Eisack, die Militärstraße als Alternative zum Radweg und die Schienenverlängerung an die Bahntrasse mittels Weiche von der Drehscheibe bis zur Festung Franzensfeste. <BR /><BR />Am Mittwoch fand im Gemeindesaal Freienfeld ein Austausch zum Thema mit dem Promotoren-Komitee und Wittfrida Mitterer, der Direktorin des Kuratoriums für Technische Kulturgüter, statt. Dem Promotorenkomitee gehören an: Christof Leitner, Peter Paul Mader, Hannes Stofner, Edmund Griesser, Robert Stafler, Josef Brida, Antonio Voza, Oswald Mair sowie in Vertretung der Gemeinde Freienfeld Heinrich Aukenthaler.<BR /><BR />Konkret geht es derzeit um die Projekte Bahnwärterhaus, Hängebrücke und Militärstraße. Von den rund 50 Bahnwärterhäusern entlang der Brennerbahnlinie wurden einige abgebrochen, andere sind dem Verfall preisgegeben – nur ein kleiner Teil wird bewohnt. In ihrer Gesamtheit mit der Brennerbahn bilden sie ein sehenswertes Ensemble und sind charmante Technik-Kleinodien. <h3> Bahnwärterhaus in Mauls soll erhalten werden</h3> Ausgewählt wurde das Bahnwärterhaus in Mauls, weil es zwischen der Bahntrasse und der Autobahn liegt, weil es von Millionen von Durchreisenden gesehen wird und ein sichtbares Zeichen der Geschichte darstellt. Laut Richtlinien sollen baufällige Gebäude, welche in Bannzonen stehen, abgerissen werden. Dieses wird jedoch saniert und renoviert. <BR /><BR />Nummer 2 auf der Prioritätenliste des Kuratoriums ist die alte, seit 2013 unter Denkmalschutz gestellte Steinbogen-Hängebrücke in Mauls. Sie wurde 1902 erbaut, und war nicht nur die erste Brücke dieser Art, sondern ist mittlerweile die einzige im ganzen Alpenraum. Leider kam es im Frühjahr 2023 zu einem Vandalen-Akt (siehe digitale „Dolomiten“), die Stahlseile und Träger wurden allesamt abmontiert und sind seitdem verschwunden. <BR /><BR />Die Brücke wurde für Fußgänger errichtet und verband Mauls mit dem damaligen Gasthof „Hecht“; sie wäre nunmehr als Verbindung für Fußgänger zwischen Mauls mit Pfulters und Niederried angedacht. <BR /><BR />Als Drittes sollte die in den 1930er-Jahren erbaute Militärstraße in das Radwegenetz integriert werden. Seinerzeit, in Zeiten des Faschismus, war die Straße zwischen Niederried und Genaun als zweite Zufahrtsstraße zum Penser Joch für das Militär, zur Sicherung des Penser Jochs geplant gewesen – der Zweite Weltkrieg hatte die Fertigstellung der Straße verhindert. Nun möchte man die alte Militär-Trasse in das Radwegenetz integrieren. <BR /><BR />Als letztes Projekt steht die Schienenverlängerung von der restaurierten Drehscheibe an die bestehende Bahntrasse mittels Weichen an, um direkt in die Festung mit einem historischen Zug und alter Lok zu fahren. Als Aus-und Einstieg in die Festung soll die alte Militärhaltestelle dienen, die im Zuge der 150 Jahr-Feier der Brennerbahn restauriert wurde.