Ihre Frage: „Sehr geehrter Spitzenkandidat, Richard Theiner macht einen konkreten Vorschlag zur Reduzierung der Strompreise, haben sie auch daran gedacht und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?“Keinen Krawall, keinen Aufschrei und schon gar keinen Rückzug von der Basiswahl habe sie sich von der Antwort erwartet, so die junge Südtirolerin – sie möchte anonym bleiben – im STOL-Interview. „Bloß Information.“Stattdessen hat SVP-Obmann Richard Theiner nun in Sachen SVP-Vorwahl das Handtuch geworfen – zwar nicht ausschließlich wegen des Facebook-Eintrags Kompatschers, aber auch. Die SVP bemüht sich derzeit eifrig um parteiinterne Versöhnung.„Komisch“ oder „schlecht“ fühle sie sich deshalb nicht, so die junge Frau. „Jeder ist für seine Aussagen und Entscheidungen selbst verantwortlich.“Südtirol Online: Wann haben Sie davon gehört, dass SVP-Obmann Richard Theiner seine Kandidatur für die Basiswahl zurückgezogen hat?Frau: Es war am Dienstagabend, gegen 18 Uhr. Ich war zuhause, da hat es mir mein Onkel erzählt und der hat es wohl im Radio gehört. Ich war überrascht. Die Neuigkeit konnte ich mir nur so erklären, dass Theiner aus mehreren Dingen eine Konsequenz zieht. Genauere Informationen dazu hatte ich nicht.STOL: Wie haben Sie dann erfahren, dass Sie bei dieser Entscheidung doch eine gewisse Rolle gespielt haben?Frau: Ich wollte mich genauer informieren, habe STOL aufgerufen – und dort habe ich dann plötzlich meine Facebook-Frage im betreffenden Artikel wiedergefunden (lacht). Dann dachte ich mir „Oha“.STOL: Was ging in Ihnen vor?Frau: Ich habe in dem Moment eigentlich nicht allzu viel gefühlt. Meine Frage hat zwar einiges ins Rollen gebracht, doch ich fühle mich weder schlecht noch komisch. Die Strom-Frage ist brisant, besonders im Vinschgau. Als politikinteressierte Jugendliche wollte ich bloß wissen, was die Basiswahl-Kandidaten dazu zu sagen haben. Und dann… ist jeder für seine Aussagen und seine Entscheidungen selbst verantwortlich.STOL: Sie haben am Vormittag Kompatschers Originalantwort auf Ihre Frage gelesen. Was haben Sie sich beim Lesen gedacht?Frau: Am Vormittag bin ich mit dem Handy schnell ins Internet eingestiegen, da habe ich die Antwort entdeckt, gelesen und dann eigentlich nicht länger darüber nachgedacht. Ich war an diesem Tag sehr beschäftigt. Doch bin auch ich beim Lesen über Kompatschers Theiner-Berlusconi-Vergleich gestolpert: Ich fand ihn komisch. Ich bin nicht der Meinung, dass man zwischen Richard Theiner und Silvio Berlusconi Vergleiche ziehen kann und sollte. Ein Berlusconi-Vergleich ist in Südtirol keine Ehre. Ich würde mich so etwas nicht trauen.Interview: Petra Gasslitter