Ist die „No Vax Party“ ein Pandemie-Märchen oder traurige Realität? <BR /><BR /><BR />Mit einer auffallend hohen 7-Tages-Inzidenz stehen derzeit mehrere Gemeinden da, sie liegt weit über dem Landes-Durchschnitt. So kommt Ritten auf eine Inzidenz von 301, in Jenesien sind es gar 359, in Nals liegt der Wert bei stattlichen 455. Nach den Gründen befragt, verweisen mehrere Bürgermeister vor allem auf den „privaten Bereich“, man wisse nicht so genau, was sich dort abspiele. <BR /><BR />Das ist das Stichwort, bei dem meist auch der Begriff „No Vax Party“ fällt. Die schlechte Idee dahinter ist sehr simpel: Mittlerweile geht ohne Grünen Pass fast gar nichts, vor allem am Arbeitsplatz. Viele Ungeimpfte haben es aber mittlerweile satt, für die regelmäßigen Tests jede Menge Zeit und Geld zu verlieren. Daher suchen sie die Abkürzung über die offiziell bestätigte Genesung – und lassen sich daher freiwillig mit dem Coronavirus anstecken, weil sie ohnehin überzeugt sind, dass sie „das bisschen Grippe“ ganz locker wegstecken. <BR /><BR /><b>Das Virus als Gast</b><BR /><BR />Die Gelegenheit zur Ansteckung bieten gezielte Treffen, bei denen selbstverständlich alle Sicherheitsregeln vor der Tür bleiben und das Virus als kontaktfreudiger Gast ausdrücklich erwünscht ist. Sind die Erzählungen über solche „Partys“ eines der modernen Märchen, die so die Runde machen und beim Durchleuchten nach einem Beweis in sich zusammenfallen? Oder ist etwas dran?<BR /><BR />„Ja, es gibt solche Treffen“, bestätigt ein junger Eisacktaler, der der Redaktion bekannt ist, aber aus verständlichen Gründen anonym bleiben will. Er würde die Zusammenkünfte aber nicht als „Party“ bezeichnen, weil sie nicht etwa in öffentlichen Lokalen oder anderen größeren Räumen stattfinden, sondern im Familien- und Freundeskreis, eventuell auch mit Nachbarn – und Ansteckung sei dabei durchaus erwünscht. „Einige Bekannte haben das gemacht, um sich die Impfung zu ersparen und in Zukunft nicht mehr ständig zu den Tests zu müssen“, erzählt der Mann. <BR /><BR /><b>Eine „leichte Grippe“?</b><BR /><BR />Wer sich angesteckt habe, halte sich dann auch an die Quarantäneregeln und die anderen Auflagen – schließlich wolle man ja nach der Genesung ganz offiziell zum Grünen Pass. „Einige Bekannte hatten Schnupfen und Gliederschmerzen, sie blieben daheim und haben alles gut auskuriert“. <BR /><BR />In diesem Fall ging die Rechnung auf. Schließlich waren sie von Anfang an überzeugt, dass Covid-19 für einen einigermaßen Gesunden kein besonderer Kraftakt sei. Einige mussten freilich erfahren, dass das eben nicht so ist – und vor allem Ungeimpfte einen schweren Verlauf riskieren, im Krankenhaus landen und dort im Extremfall wochenlang auf der Intensivstation gepflegt werden müssen. „Ich kenne leider auch solche Fälle, ob sich die Betreffenden dann tatsächlich auf einem solchen Treffen angesteckt haben, lässt sich aber nicht beweisen“, sagt der Eisacktaler.