Freitag, 15. April 2016

Sie will sich das Leben nehmen: der unfassbare Weg des Rettungsmails

Verona ist nicht gleich Verona: Zweimal hat eine E-Mail den Atlantik überquert, bevor mit ihrer Hilfe gerade noch rechtzeitig eine junge Chinesin in der italienischen Stadt der Liebenden gerettet werden konnte. Sie wollte Suizid begehen.

Eine E-mail rettet der verzweifelten Frau in Verona das Leben.
Eine E-mail rettet der verzweifelten Frau in Verona das Leben. - Foto: © shutterstock

Ein in Großbritannien studierender Chinese hatte mit einer Landsfrau über das Internet kommuniziert, als er am Ton der Unterhaltung merkte, dass sich die in Italien lebende junge Frau das Leben nehmen wollte.

Wie die italienische Polizei am Freitag mitteilte, sandte der Mann daraufhin sofort eine E-Mail an die Polizei – doch anstatt ins italienische Verona, ging die Nachricht versehentlich an das Verona Police Department im US-Bundesstaat New Jersey.

Verona ist nicht gleich Verona. Zwischen den zwei "Orten" liegt eine Distanz von allein einem halben Tag Flugzeit. - Foto: GoogleMaps

Die geistesgegenwärtigen Kollegen auf der anderen Seite des Atlantiks erkannten sofort den Ernst der Lage und alarmierten Interpol in Washington – die Behörde kontaktierte wiederum ihre Niederlassung in Rom.

Von dort aus wurde die Polizeipräfektur in Verona angerufen, die Beamte in die Wohnung der Chinesin schickte – gerade noch rechtzeitig: Die junge Frau sei mit „teilweise aufgeschnittenen Pulsadern“ gefunden worden und hatte bereits eine „große Menge“ eines Antidepressivums eingenommen, wie es in der Polizeimitteilung weiter hieß.

stol/dpa

stol