Als das alte Jahr zu Ende ging, konnten Astrid und Jérôme Panine nicht erahnen, dass nur wenige Stunden später ihr Leben von tiefer Trauer überschattet würde. „Für uns ist die Sonne im Jahr 2026 nicht aufgegangen“, sagen sie. In der Silvesternacht verlor das Ehepaar aus der südfranzösischen Hafenstadt Sète ihre Tochter Cyane. Die junge Frau arbeitete als Kellnerin in der Bar „Le Constellation“ im schweizerischen Wintersportort Crans-Montana.<h3> „So etwas darf einfach nicht sein“</h3>„Sie war wunderschön – nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrem Herzen und ihrer Seele“, erzählt die Mutter in einem bewegenden Interview mit dem Sender France 3. „Dass ein so junges Leben auf diese Weise endet, darf einfach nicht sein.“<BR /><BR /> Cyanes Vater beschreibt seine Tochter als eine Art gute Seele des Ortes. „Sie kannte unglaublich viele Menschen. Deshalb half sie auch in dieser Bar aus – sie war überall bekannt.“<BR /><BR />Bis heute können die Eltern nicht begreifen, weshalb der Ausgang verschlossen war. „Natürlich wollte sie fliehen“, sagt der Vater. „Sie wollte auch den Gästen helfen, nach draußen zu kommen. Doch da war diese Tür, die sich nicht öffnen ließ.“<h3> 40 Minuten kämpften Freunde um Cyanes Leben</h3>Freunde, die in jener Nacht bei Cyane waren, berichteten den Eltern detailliert von ihren letzten Minuten. „Cyane wusste, dass sich diese Tür sonst immer öffnen ließ“, erklärt die Mutter. „Doch diesmal war sie abgeschlossen. Sie brach direkt davor zusammen.“ Ihre Freunde trugen sie schließlich hinaus. Sie war bewusstlos, lebte aber noch. In einer gegenüberliegenden Bar kämpften sie 40 Minuten lang um ihr Leben und versuchten, sie mit Herzdruckmassage zu retten – vergeblich.<h3>Warum hat man keinen Sicherheitsdienst angestellt?</h3>Warum der rettende Ausgang verschlossen war, ist für die Eltern eine der quälendsten Fragen. „Der Besitzer hatte offenbar Angst, dass Gäste ohne zu bezahlen gehen könnten“, vermutet die Mutter. „Deshalb war alles verriegelt. Dabei hätte man doch einfach einen Sicherheitsdienst hinstellen können. Jemanden, der im Notfall die Tür öffnet. Dann wären all diese jungen Menschen vielleicht noch am Leben.“ Für sie ist es unbegreiflich, dass in der Bar teils hohe Umsätze gemacht wurden, man sich aber keinen Sicherheitsmann leisten wollte.<BR /><BR />Wie berichtet, gab der Bartbetreiber in seiner ersten Vernehmung zu zu, dass die Tür – laut seinen Angaben eine Servicetür – von verriegelt war, anders als sonst, wie er betont. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/brandkatastrophe-in-crans-montana-die-tragoedie-meines-lebens" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr dazu)</a><BR /><h3> „Die Wut wird kommen“</h3>Von Wut sprechen die Eltern derzeit noch kaum – doch sie wissen, dass sie kommen wird. „Es gibt eine Zeit für die Trauer und eine Zeit für die Wut“, sagt der Vater. „Ich glaube, die Wut wird bald überwiegen. Aber im Moment verabschieden wir uns von unserer Tochter – und das so würdevoll wie möglich. Alles andere kommt später.“