Donnerstag, 28. April 2016

Sie wollten in den Dschihad ziehen: Terror-Festnahmen in Italien

Terror-Razzia in Norditalien: Gegen sechs Personen liegen Haftbefehle vor, mehrere Personen sitzen in Haft. Zu den Verhafteten sagt Innenminister Angelino Alfano: „Sie hatten sehr schlimme Absichten.“

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Laut dem Innenminister prüften die Personen, Anschläge in Italien zu verüben. Bei ihrer großen Terror-Razzia stellten die Behörden am Donnerstag insgesamt sechs Haftbefehle in Lecco, Varese und Mailand aus. Für drei Verdächtige klickten bereits die Handschellen. Ihnen wird internationaler Terrorismus vorgeworfen.

Unter den Inhaftierten befindet sich unter anderem ein Paar aus der Provinz Lecco. Die beiden sollen geplant haben, ins Kampfgebiet des Islamischen Staates nach Syrien oder in den Irak zu reisen – samt den beiden Kindern im Alter von 2 und 4 Jahren. Medienberichten zufolge habe der Mann möglicherweise geplant, sich in Rom in die Luft zu sprengen. Das Paar ist nun in Haft. Die Kinder wurden dem Großvater, einem Mann aus Marokko mit italienischer Staatsbürgerschaft, anvertraut.

Ebenfalls zu den Inhaftierten zählt ein 23-Jähriger aus Marokko, der in der Provinz Varese lebt. Der Mann soll der Bruder eines 30-Jährigen sein, der bei IS-Kämpfen in Syrien ums Leben gekommen sein soll.

Haftbefehle wurden indessen gegen einen 31-jährigen gebürtigen Marokkaner und gegen eine gebürtige Italienerin erlassen. Die Frau, die eigentlich Alice heißt, hatte ihren Namen in Aisha geändert, nachdem sie zum Islam konvertiert war. Bereits im vergangenen Jahr war die Familie aus der Provinz Varese abgetaucht und hatte sich wohl dem IS angeschlossen. Nach wie vor sind die beiden nicht auffindbar. Der Mann soll allerdings Kontakt zu möglichen IS-Aspiranten gehalten haben.

Ein weiterer Haftbefehl richtete sich gegen eine Frau, die das Paar mit den Festgenommenen in Kontakt gebracht haben soll. Aus Telefonaufzeichnungen sei hervorgegangen, dass die Verdächtigen auch über mögliche Anschläge in Italien gesprochen hätten, sagte der Mailänder Staatsanwalt Maurizio Romanelli.

stol/dpa

stol