Dienstag, 31. Oktober 2017

Siegesdenkmal: Sanierung der Fahnenmasten sorgt für Stunk

Am Bozner Siegesplatz sind seit geraumer Zeit die vier Fahnenmasten aus Stahlbeton abgesperrt. Der Grund: Sie sind baufällig und sollen saniert werden, allerdings erst im neuen Jahr. Die Kosten betragen 120.000 Euro. Doch nicht nur an der "Verschwendung von Steuergeld" hagelt es nun Kritik.

Das Projekt sieht die Instandhaltung der vier Fahnenstangen beim Siegesplatz vor.
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Das Projekt sieht die Instandhaltung der vier Fahnenstangen beim Siegesplatz vor.

Zwei Fahnenmasten befinden sich auf dem Gehsteig des Siegesdenkmals und zwei am Beginn des Gehweges im Bereich der Talferbrücke. An den sandgestrahlten Fahnenstangen aus Stahlbeton ist an mehreren Stellen die Deckschicht abgebröckelt und an den Stahlbetonteilen der tragenden Struktur hat der Zahn der Zeit genagt.

Die außerordentlichen Instandhaltungsarbeiten an den vier Fahnenmasten aus Stahlbeton sorgt für Kritik. 

Die abgesperrten Fahnen. 

Die Fahnenmasten müssen während der Sanierungsarbeiten mit Gerüsten versehen und neu beschichtet werden. Die beschädigten Bügel werden abmontiert und Verstärkungen angebracht, damit die Bieg- und Scherspannung erhöht wird. Nach dem Wiederaufbau und dem Verputz der Säulen werden diese sandgestrahlt um der Fläche die originale Rauhigkeit zu geben. An zwei Fahnenstangen sind lediglich punktuelle Eingriffe notwendig. Die vorgesehene Ausgabe beträgt 120.780 Euro.

Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Frühling 2018, so Caramaschi zu den Beschlüssen des Stadtrates am Montag.

Kritik an Restaurierung

Die Süd-Tiroler Freiheit übt scharfe Kritik an Caramaschi für seine Entscheidung, die Masten aus der Faschistenzeit zu restaurieren. "Caramaschis Begründung, dass mit der Restaurierung keine politisch-nationalistische, sondern nur eine künstlerische Botschaft verbunden sei, ist schlicht gelogen und pure Heuchele", so Cristian Kollmann, Landesleitungsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit und Ortssprecher von Bozen.

Die Reaktivierung des Markuslöwen und der römischen Wölfin hatte der Bozner Stadtrat bereits im November 2016 beschlossen (STOL hat berichtet).

"Wir wissen doch alle, dass auf den beiden Masten – für über 30.000 Euro Steuergeld! – Duplikate des Markuslöwen und der römischen Wölfin angebracht werden sollen und dass diese Skulpturen die faschistische Region Triveneto und die römische Fremdherrschaft symbolisieren", so Kollmann. Insgesamt dürfe der Südtiroler Steuerzahler also 157.000 Euro zahlen. 

stol

stol