Mittwoch, 06. Januar 2016

Silvester-Chaos in Köln – Südtiroler mittendrin

Schlägereien, Diebstähle, sexuelle Übergriffe: Die Silvesternacht in Köln wurde zu einer Horrornacht. Ein Südtiroler erlebte das Chaos hautnah mit.

Rund um den Kölner Dom kam es an Silvester zu Schlägereien, Diebstählen und sexuellen Übergriffen auf Frauen. Foto: apa/dpa
Badge Local
Rund um den Kölner Dom kam es an Silvester zu Schlägereien, Diebstählen und sexuellen Übergriffen auf Frauen. Foto: apa/dpa

Der Sterzinger Walter Gasser verbringt jährlich Silvester in einer Großstadt. Was er jedoch in Köln erlebte, lässt ihn noch heute erschauern. Auf seiner facebook-Seite postete er „Mittendrin im Horror“.

Zur Erinnerung: In der Silvesternacht soll es in Köln direkt am Dom zu unzähligen Übergriffen gekommen sein. Nach Polizeiangaben fielen am Silvesterabend zunächst rund 1000 Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum auf. Die Männer im Alter zwischen 15 und 35 Jahren seien stark alkoholisiert gewesen.

Aus der Gruppe heraus sollen mehrere Straftaten verübt worden sein. Die deutsche Polizei spricht von einer „neuen Dimension der Gewalt“. Schlägereien, Diebstähle und sexuelle Übergriffe machten die Silvesternacht für viele Frauen zum Horror. Mittlerweile seien über 100 Anzeigen eingegangen, so die Polizei.

„Gefühl der Sicherheit verloren“

„Bereits am frühen Abend herrschte am Hauptbahnhof und neben dem Kölner Dom eine angespannte Atmosphäre. Verschiedene Gruppen von Männern ausländischer Herkunft lieferten sich wüste Schlägereien. Es war ein komisches Gefühl“, betont Walter Gasser gegenüber STOL. 

Ein Gefühl des Unbehagens habe den Sterzinger überkommen. „Ich versuchte, so schnell wie möglich zu verschwinden. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Raketen wurden in die Menge geschossen. Diese Gruppierungen haben gezielt auf Personen geschossen. Einfach so zum Spaß“, erinnert sich der Sterzinger. 

Verschiedene Gruppen haben laut Gasser schon zu früher Stunde rund um Hauptbahnhof und Dom Mädchen beobachtet. Gruppierungen von zehn bis 20 Leuten, die sich vor allem auch untereinander in die Haare gekommen sein sollen. „Die prügelten sich gegenseitig, bewarfen sich mit Böller und Raketen. Solche Szenen habe ich noch nie gesehen“.

 Den Jahreswechsel habe er daraufhin im Hotel verbracht. „Das musste ich mir nicht geben. Ich hatte ein dermaßen ungutes Gefühl, man wusste nicht, wer von den Gruppierungen als nächstes angegriffen wird“.

Im Gegensatz zu vielen anderen hatte Gasser Glück. Er überstand die Horrornacht von Köln unversehrt. Doch ein mulmiges Gefühl wird bleiben.

stol/am

stol