Ein Jahr später konnten nun 18 junge Menschen, die beim Wiederaufbau des Dorfes im Himalaya helfen, mit Kleidung ausgestattet werden – dank der Hilfe des Südtiroler Bergrettungsdienstes und des Alpenvereins Südtirol.<BR /><BR />Thame ist ein Dorf auf rund 3.800 Metern Meereshöhe in der Region Khumbu im Osten Nepals. Wenige Kilometer entfernt befinden sich unter anderem die Achttausender Mount Everest, Lhotse und Cho Oyu. Das Dorf wurde am 16. August 2024 durch eine Flutkatastrophe weitgehend zerstört.<h3> Flutwelle nach Ausbruch eines Gletschersees</h3>Laut einer Pressemitteilung des International Centre for Integrated Mountain Development mit Sitz in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu war der Ausbruch eines oberhalb gelegenen Gletschersees der Auslöser der Flutwelle. Die Region ist demnach beispiellosen und weitgehend irreversiblen Veränderungen ausgesetzt, die vor allem durch den Klimawandel bedingt sind.<BR /><BR />„Ich war im vergangenen Jahr auf Expedition zur Ama Dablam und kam dabei auch durch Thame. Aus dem Dorf kommen viele der Sherpas, die bei Expeditionen als Träger und Bergführer arbeiten“, erzählt Simon Gietl (41). „Alles war verwüstet, das Bild von einem Paar Kinderschuhe mitten in den Schlammmassen hat mich besonders schockiert.“<h3> Simon Gietl: Ich will helfen</h3>Glücklicherweise hätten sich die Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen können, sie hätten aber alles Hab und Gut verloren, so Gietl. Die Häuser würden nun an einem höher gelegenen, sichereren Standort wieder aufgebaut.<BR /><BR />„Ich habe mich gefragt: Wer hilft da?“, sagt Gietl. „Es sind vor allem junge Menschen, die eben für Expeditionen arbeiten. Und sie müssen mit dem zurechtkommen, was sie haben, und sind oft mangelhaft ausgerüstet.“ Sein Gedanke sei gewesen: „Da möchte ich etwas tun, Gutes tun.“<h3> „Alte“ Kleidung weiterhin sinnvoll genutzt</h3>Bald sei klar gewesen, dass ihn auch in diesem Jahr wieder eine Expedition in das Gebiet führen würde. „Dann habe ich mitbekommen, dass die Landeszentrale des Südtiroler Bergrettungsdienstes Restbestände von Kleidung hat, die nicht mehr benötigt wird, aber noch gut ist“, schildert Simon Gietl. „Da ist mir Thame wieder eingefallen. Und da die Kleidung ja sinnvoll genutzt würde, sind wir uns schnell einig geworden.“<BR /><BR />Ein Problem galt es aber zu lösen: Eine kleine Expedition kann nicht unbegrenzt zusätzliches Material in das nicht so einfach zugängliche Gebiet transportieren. „Wir haben es aber geschafft, zwei große Seesäcke voll Kleidung mitzunehmen“, sagt Gietl. „Hilfe für den Transport haben wir von der Agentur, über die wir die Expedition organisiert hatten, erhalten.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1247934_image" /></div> <BR /><BR />Somit konnten 18 ausgewählte junge Sherpas – darunter Träger, Bergführeranwärter und Bergführer – beinahe von Kopf bis Fuß eingekleidet werden: mit Hosen, Jacken, Pullovern und vielem mehr. „Die Menschen in Thame haben sich sehr gefreut, dass ich sie nicht vergessen habe. Denn sie hatten ja ein Jahr nichts von mir gehört“, schildert Gietl. „Das war dann wie ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk, das ich übergeben durfte.“ Man könne mit etwas organisatorischem Aufwand einiges erreichen.<BR /><BR />Bei den Arbeiten im Dorf sei im Laufe des einen Jahres auch einiges weitergegangen, erzählt Gietl. „Aber es dauert sicher noch lange, bis alles fertig ist.“ Dabei helfe jeder jedem, das sei beeindruckend. Ebenso wie die Selbstverständlichkeit, dass das Leben weitergehen muss. „Sie haben nicht die Hoffnung verloren“, betont Gietl. „Was das angeht, kann man wirklich etwas von diesen Menschen lernen.“