Dass das Unglück nur wenige Tage nach seiner eigenen Besteigung geschah, lässt Gietl nicht los. Noch am Sonntag, 26. Oktober, war Simon Gietl auf dem Weg zum Gipfel der Ama Dablam (6814 Meter) in der Khumbu-Region des Himalaya – als Bergführer zusammen mit einem Kunden. „Und weil ich eben mit einem Gast unterwegs war, war die Situation etwas spezieller, da trägt man natürlich eine ganz andere Verantwortung!“, erklärt Gietl gegenüber STOL.<BR /><BR />Entsprechend verfolgte er die Wetterlage besonders aufmerksam: „Ich habe verschiedene Kanäle und Modelle konsultiert und gesehen, dass sich ab Dienstag eine Schlechtwetterfront aufbauen würde. Am Montag sollte es noch halbwegs stabil bleiben, danach war für mehrere Tage schlechtes Wetter angesagt.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1234437_image" /></div> <BR /><BR />Deshalb legte er den Gipfelversuch bewusst auf Sonntag: „So hatten wir, falls etwas ungeplantes passiert, immer noch am Montag einen Puffertag, um sicher ins Basislager zurückzukehren.“ Mit einem gleich erfahrenen Bergsteiger, sagt er, hätte man gewisse Entscheidungen vielleicht flexibler getroffen. „Aber wenn man mit einem Kunden unterwegs ist, steht deren Sicherheit immer an erster Stelle – und daran habe ich mich strikt gehalten, ebenso, wie es auch mit Sicherheit die einheimischen Bergführer tun.“<h3> „Wetter kann sich schnell ändern“</h3>Trotz sorgfältiger Planung und genauer Wetterdaten, betont er, bleibe am Berg immer eine Ungewissheit: „Das Wetter kann sich dort oben innerhalb weniger Stunden komplett ändern – da braucht es auch ein Quäntchen Glück. “ Dieses Glück hatte er: Der Aufstieg gelang noch rechtzeitig, bevor die Front eintraf. Kurz darauf konnte er sicher nach Kathmandu zurückkehren – und von dort direkt weiter nach Südtirol reisen.<BR /><BR />Weniger Glück hatten jene Bergsteiger, die am gestrigen Dienstag am am Yalung Ri (5.647 m) im Osten Nepals von einer Lawine getötet wurden. Darunter auch der 29-jährige Markus Kirchler aus Jenesien. Gietl zeigt sich erschüttert angesichts dieser Tragödie.<BR /><BR />„Das geht einem schon tief unter die Haut“, sagt Simon Gietl. „Es berührt mich sehr und ich spreche seiner Familie und seinen Freunden mein tiefstes Beileid aus und sende Ihnen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.“