Bertolaso berichtete, dass sich sieben Patienten auf der Intensivstation befinden und intubiert sind, während fünf im Brandverletztenzentrum behandelt werden. <BR /><BR />Besonders besorgniserregend sei der Zustand eines 16-jährigen Patienten, der am Sonntag mit dem Hubschrauber aus einem Zürcher Krankenhaus ins Niguarda nach Mailand verlegt wurde. Dabei handelt es sich um Leonardo Bove aus Mailand. Leonardo liegt auf der Intensivstation neben seinem Freund Kean, einem Klassenkameraden vom Gymnasium „Virgilio“ – ebenso wie zwei weitere Mädchen, die im Niguarda behandelt werden. „Sie sind intubiert und nicht in der Lage, auf äußere Reize zu reagieren. Ihr Zustand ist sehr ernst.“<h3> Schwerwiegende Lungenprobleme</h3>Ein weiterer Jugendlicher, so Bertolaso, werde dialysiert, da er an einer sehr schweren Infektion leide. Ein anderer habe Asthma und – wie alle – zusätzliche Lungenprobleme. Bertolaso hob hervor: „Das größte Problem heute sind nicht so sehr die großflächigen Verbrennungen – die betreffen alle –, sondern die Lungensituation.“ Alle Betroffenen mussten hochgiftige Substanzen einatmen.<BR /><BR />Diese schwerwiegenden Lungenproblemen führen zu ernsten, vor allem infektiösen Komplikationen, so Bertolaso: „Wir sind bei keinem der Patienten pessimistisch, aber der Kampf ist extrem hart.“<BR /><BR />Besser geht es der 29-jährigen Tierärztin Eleonora Palmieri aus Cattolica. „Ich gehe davon aus, dass sie nächste Woche in ein Krankenhaus in der Nähe ihres Wohnortes verlegt werden kann“, so Bertolaso.<BR /><h3> Elsa Rubino noch nicht transportfähig</h3>Nach wie vor ernst ist der Zustand von Elsa Rubino, der 15-jährigen aus Biella, die erneut in Zürich operiert wurde und derzeit nicht transportfähig ist. Sollte sich ihr Zustand verbessern, wird sie voraussichtlich ins Brandverletztenzentrum in Turin verlegt – das Niguarda bleibt weiterhin bereit, sie aufzunehmen.<BR /><BR />„Für diese Jugendlichen wird es ein schwieriges Leben“, kommentierte Mailands Bürgermeister Beppe Sala. „Die Verbrennungen sind gravierend, und es ist wichtig, dass sie im Niguarda behandelt werden, einem außergewöhnlichen Zentrum. Die medizinische Versorgung wird sich über Jahre hinziehen.“<BR /><h3> Italien fordert von den Schweizern Aufklärung</h3>Angesichts des tragischen Unglücks mit 40 Todesopfern, darunter sechs italienischen Staatsbürgern, fordert Italien von den Schweizer Justizbehörden umfassende Aufklärung. <BR /><BR />Der italienische Außenminister und Vizepremier Antonio Tajani betonte gegenüber der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Italien werde als Zivilkläger am Verfahren teilnehmen. Tajani kündigte zudem an, am Dienstag vor dem Parlament über den Brand zu berichten.