Mittwoch, 13. November 2019

Situation im Pustertal prekär: „Ob der Strom heute noch kommt, ist fraglich“

Wie berichtet kam es aufgrund der Wettersituation zu Unterbrechungen in der Stromversorgung. Die Situation im Pustertal ist teils prekär. Viele Personen sind ohne Strom, ohne Handyverbindung und von der Außenwelt abgeschnitten. Wie Bürgermeister von St. Lorenzen, Martin Ausserdorfer, gegenüber STOL erklärt, seien viele Menschen sehr besorgt. Und ob der Strom heute noch kommt, ist äußerst fraglich.

Im Pustertal sind die Verhältnisse teils besorgniserregend.
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Im Pustertal sind die Verhältnisse teils besorgniserregend. - Foto: © FFW St. Lorenzen

Die Menschen in Teilen des Pustertals und Ahrntals sind ohne Strom und auch die Handyverbindung funktioniert teilweise gar nicht. Keine Anrufe oder Nachrichten können getätigt bzw. verschickt werden. Viele mussten heute ihre Arbeit niederlegen, weil nichts mehr geht.

Das größte Problem sei laut dem Bürgermeister die Unterbrechung der TERNA Leitung (Montecatini) zwischen Onach und St. Lorenzen. Laut einer Aussendung von Terna sind derzeit 60 Techniker dabei, die Probleme zu beheben. Aufgrund der Unzugänglichkeit einiger Gebiete, gestalte sich diese Aufgabe sehr schwierig.

Laut Bürgermeister Ausserdorfer ist anzunehmen, dass auch die Leitung vom Cadore (redundante Versorgung) unterbrochen ist. Der Überflug mit dem Hubschrauber sei wertterbedingt nicht machbar gewesen.

Das Ziel sei es nun es, Strom zum Umspannwerk in Bruneck / Percha zu bringen. Ab dort haben Stadtwerke und Edyna die Leitungen in Ordnung. Es wird geprüft, kurzfristig Strom von Mühlwald zum Umspannwerk zu bringen. „Es ist nicht sicher, ob heute noch Strom kommt“, bedauert Ausserdorfer.


Feuerwehr im Dauereinsatz

Die Feuerwehr ist mit mehreren Männern mit Motorsägen unterwegs, um die Straße Richtung Pfaffenberg freizuschneiden. Der Bagger und der Schneepflug folgen. Dort ist die TERNA Leitung unterbrochen.
Insgesamt sind mehrere Leitungen beschädigt worden. Dieses Naturereignist laut Ausserdorfer außerordentlich. Die Böden sind noch nicht gefroren und die Wurzel der Bäume sitzen damit nicht fest. Zudem ist der Schnee nass und schwer. Die Bäume haben Blätter und Nadeln noch nicht abgeworfen.

„Unsere unermüdlichen Feuerwehrleute sind im Einsatz. Unterstützt werden sie von privaten Helfern, lokalen Firmen und dem Straßendienst“, so der Bürgermeister.

Aktuelle Lage

Die Feuerwehr St. Lorenzen versucht die Straße nach Lothen freizumachen.
Jene von Montal arbeitet mit einer Gruppe und einem Bagger Richtung Ellen. Die FFW Montal arbeitete außerdem mit einer Gruppe und einem Manitou Richtung Onach.Die Feuerwehr Stefansdorf versucht die Straße nach Saalen zu öffnen. Dies wird nicht sicher gelingen.Die FFW Stegen arbeitet an der Öffnung der Straße nach Runggen.Die Straße nach Haidenberg wird angegangen, sobald Ressourcen frei sind.

Kein Menschenleben riskieren

Bei dieser Arbeit ist es wichtig, dass keine Menschen in Gefahr geraten. Sollten die Straßen bis zum Einzug der Dunkelheit nicht geöffnet sein, kann die Arbeit erst am Donnerstag wieder aufgenommen werden.
In gar einigen Bereichen gibt es auch keinen Handyempfang.

Ruhe bewahren

Der Bürgermeister gibt abschließend einen Ratschlag: „Bewahren Sie Ruhe und bleibten Sie zu Hause. Morgen wird sich das Wetter bessern. Am Wochenende kommt weiterer Schnee. Es ist gut, wenn gezielte Einkäufe gemacht werden. Die Natur ist stärker als wir. Es hilft kein Schimpfen und kein gar nichts. Man kann es nur annehmen. Hoffen wir, dass keine Menschen in Gefahr geraten.“

Wie berichtet, waren im laufe des Tages bis zu 36.000 Abnehmer von kurz, aber auch längerfristigen Stromunterbrechungen betroffen.l

vs