Wie die Situation derzeit ist, mit wie vielen Suspendierungen man rechnet und wie man das Problem in den Griff bekommen will, lesen Sie hier. <BR /><BR />„Von insgesamt über 100 Suspendierungen bei der Pflege gehen wir aus“, sagt Ladurner. Und die Suspendierungen der Mitarbeiter im Nicht-Pflege-Bereich stünden erst an. „In manchen Heimen könnte die Situation kippen, wenn sie noch weitere Mitarbeiter verlieren.“ <BR /><BR />Schließlich müssten die Seniorenwohnheime 24-Stunden-Pflege garantieren und dies 365 Tage im Jahr. 230 Vollzeitäquivalente (Vollzeitstellen) in der Pflege hätten die Heime bereits bis 31. August aufgrund von Kündigungen verloren. <BR /><BR />Probleme aufgrund von Personalmangel gebe es beispielsweise in den Heimen in St. Ulrich, Neumarkt, Schlanders und Partschins. In Partschins habe man aufgrund von fehlendem Personal das neue Seniorenheim noch nie voll belegen können, berichtet Ladurner. <BR /><BR />In manchen Heimen seien Wohnbereiche geschlossen worden, um die verbleibenden Personalressourcen besser einsetzen zu können. Weiterhin könnten 700 Betten landesweit nicht belegt werden, weil es die Personalsituation nicht zulasse. <BR /><BR />Ein Problem sei für die Heime auch, dass die Arbeitgeber dort nicht wüssten, wann sie die Feststellungsbescheide für die zu suspendierenden Mitarbeiter erhalten. „Solche Feststellungsbescheide können jeden Tag zu jeder Stunde eintrudeln“, kritisiert die Vorsitzende der Seniorenwohnheime. <BR /><BR /><b>Was tun gegen den Personalmangel?</b><BR /><BR />Wie in der Sanität pensioniertes Personal zu rekrutieren, kommt für Seniorenwohnheime nicht in Frage, winkt Ladurner ab. Jetzt gehe es vor allem darum, das bestehende Personal zu halten. „Dafür braucht es mehr Wertschätzung – und eine signifikante Aufwertung der Entlohnung. Nicht nur die Mitarbeiter in der Pflege – alle Mitarbeiter sollten höher entlohnt werden. Allen ist klar, dass da etwas passieren muss – es braucht eine monetäre Anerkennung“, fordert Ladurner. „In den Heimen sollten die gleichen Lohnelemente zur Anwendung kommen, die auch der Sanität zur Verfügung stehen. Nicht wenige Mitarbeiter in den Seniorenwohnheimen wechseln ins Gesundheitswesen, weil sie dort bessere Konditionen erhalten. <BR /><BR />Das macht sich sofort mit 300 Euro netto im Monat mehr bemerkbar. Die Unterschiede sind signifikant. Zwischen Sanität und Seniorenwohnheimen darf es keine Konkurrenzsituation mehr auf finanzieller Ebene geben. Sonst haben wir immer das Nachsehen“, meint Ladurner. <BR /><BR />Dringend notwendig sei auch „eine absolute Flexibilität bei der Aufnahme und Ausbildung von neuen Mitarbeitern“ – unabhängig vom Einstiegsalter, von der bisherigen Ausbildung oder Berufserfahrung der Neuzugänge. Man wolle sowohl jungen Mitarbeitern eine Perspektive geben als auch Wiedereinsteigern. Die Theorie-Ausbildung sollte nicht nur zentral, sondern auch in der Peripherie erfolgen, so Ladurner.