Aber vom Land gab es ein Nein. Sie unterdrückt Tränen und Verzweiflung, denn mit Anfang November verliert sie ihren Arbeitsplatz. „Ich war zu viel krank“, sagt sie.<BR /><BR />Valentina Salvato wohnt im vierten Stock eines Hauses in der Leopardi-Straße. Das Haus hat keinen Aufzug. „Um das Haus zu verlassen, brauche ich 10 Minuten bis eine Viertelstunde. Mit der einen Hand halte mich am Stiegengeländer fest, in der anderen habe ich die Krücke. Als wir im Jahr 2000 die Wohnung kauften, wusste ich noch nichts von meiner Krankheit“, erzählt sie. Wenn sie die Stiegen hinaufgehen muss, dauert es noch um einiges länger. Daher gehe sie nur einmal in der Woche aus dem Haus, um das Nötigste einzukaufen.<BR /><BR />Im Alter von 39 und 41 Jahren musste sie sich Hüftoperationen unterziehen und künstliche Hüftgelenke einsetzen lassen, weil ihre beiden Hüftgelenke durch die Medikamente der Multiple Sklerose-Therapie so angegriffen waren. Und daheim kümmert sie sich noch um ihre 78-jährige Mutter. „Körperlich geht es ihr besser als mir, aber geistig braucht sie meine Hilfe“, sagt die 47-Jährige. Ihr Bruder helfe ihnen, wie er könne, aber der habe zudem seine eigene Familie, sagt sie. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="956359_image" /></div> <BR /><BR />Im März dieses Jahres hat Valentina Salvato, der die Ärztekommission eine 100-prozentige Invalidität bescheinigt haben, um Pflegegeld angesucht. „Im September kam das Pflegeeinstufungsteam und dieser Tage habe ich den ablehnenden Bescheid des Landes bekommen, weil ich mich selber waschen und anziehen kann. Ich sei zu selbständig, und hätte kein Recht auf Pflegegeld, heißt es. Dabei fällt es mir so schwer länger zu stehen. Aber was hätte ich denn tun müssen, über den Boden kriechen?“, sagt sie. Daher sei sie sehr froh, dass sie und ihre Mutter jetzt Essen auf Rädern bekommen. <BR /><BR />Sobald ihr Arbeitsverhältnis als Angestellte mit 1. November ausläuft, „dann bleibt mir die Zivilinvalidenrente des Landes in der Höhe von 468 Euro. Gott sei Dank muss ich keine Miete zahlen, aber die Kondominiumspesen, Versicherung, das Auto. Ich weiß nicht, wie ich über die Runden kommen soll. Da packen mich Angst und Niedergeschlagenheit. Anfangs werde ich schon das Arbeitslosengeld erhalten, aber was ist danach“, sagt sie und sie kämpft erneut mit den Tränen. Sie werde den Antrag um Invalidengeld stellen.<BR /><BR />ASGB-Chef Tony Tschenett rät der Frau „auf jeden Fall Rekurs gegen die Ablehnung des Pflegegeldes einzulegen und alle ärztlichen Zeugnisse vorzulegen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="956362_image" /></div> <BR /><BR />Zudem kann die Frau, sofern sie 20 Jahre gearbeitet hat, beim INPS um die Invalidenrente ansuchen. Mit einer totalen Invalidität sollte sie die volle Rente bekommen, wie wenn sie 41 Jahre gearbeitet hätte“, sagt Tony Tschenett. Zudem, so Tschenett weiter, könne sie beim Land um den Einbau eines Treppenlifts ansuchen. Detail am Rande: Valentina Salvato hat 23 Arbeitsjahre zu Buche stehen. <BR /><BR />Während im Trentino eine 100-prozentige Invalidität automatisch mit dem Erhalt des Pflegegeld verknüpft ist, ist dies in Südtirol nicht so. Trotzdem sei die Südtiroler Pflegegeld-Regelung effizienter, meint Soziallandesrätin Deeg. „Zu diesem Einzelfall kann ich nichts sagen, aber ich rate der Frau Rekurs einzureichen“, sagt Deeg.<BR />