Nach Lösungen wird fieberhaft gesucht, doch die Situation ist verfahren.Weil die Betreiber etlicher Südtiroler Skigebiete eng mit Reiseveranstaltern aus Polen, Tschechien, Kroatien und Slowenien, aber auch Belgien und den Niederlanden kooperieren, benötigen sie Skilehrer, die diese Sprachen beherrschen. Sonst funktioniert der Ski-Unterricht nicht. Wie auch soll der Südtiroler Skilehrer verstehen, was ihm beispielsweise ein slowakischer Knirps gerade sagen möchte?<BR /><BR />Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen und mangels Skilehrer, die Polnisch, Tschechisch, Kroatisch, Slowenisch oder Flämisch sprechen, scheint das Problem derzeit unlösbar.<h3> Reiseveranstalter kehren Südtirol vermehrt den Rücken</h3>Hinzu kommen die Kontrollen. Wird ein „illegaler Skilehrer“ aufgegriffen, welcher ausländische Gäste unterrichtet, gibt es neben einer eher bescheidenen Geldbuße (206 Euro) zudem eine Strafanzeige wegen widerrechtlicher beruflicher Betätigung. Deshalb kehren Reiseveranstalter Südtirol vermehrt den Rücken, zum Ärger und finanziellen Verlust der Skigebiete und Hoteliers. <BR /><BR />Wie aber kommt es zu einer solchen Situation? Fakt ist, dass Skilehrer aus EU-Mitgliedsstaaten in Südtirol selbstverständlich unterrichten dürfen. Voraussetzung aber ist, dass sie fachlich „hochgebildet“ sind, also über den höchsten Ausbildungsgrad in ihrem Herkunftsland verfügen. Zudem müssen sie 2 weitere Nachweise vorlegen: „Eurotest“ und „Eurosecurite“. Ist das der Fall, darf ein Skilehrer, beispielsweise aus Polen, 50 Tage lang auf Südtirols Skipisten unterrichten.<h3> Nur in Südtirol dürfen Skischulen auch sogenannte „Assistenten“ einsetzen</h3>Allerdings ist in den meisten EU-Staaten der Skilehrerberuf nicht so streng genormt wie in Italien. Nicht allzu viele ausländische Skilehrer sind demnach „hochgebildet“ und können die 3 Nachweise auch erbringen.<BR /><BR />Eigentlich käme das Südtiroler Landesgesetz wie gerufen: Nur in Südtirol dürfen Skischulen – im Gegensatz zum übrigen Staatsgebiet – auch sogenannte „Assistenten“ einsetzen.<BR /><BR /> Eine weitere Regelung im gleichen Landesgesetz verhindert die Lösung. Denn in jeder Skischule dürfen nur so viele Assistenten eingestellt werden wie Skilehrer. <h3> Reiseveranstalter bemühen sich vermehrt selbst um Skilehrer</h3>Zur Hochsaison greifen viele Südtiroler Skischulen auf Assistenten zurück, allein um die Nachfrage italienischer, deutscher und englischer Gäste zu befriedigen. „Hochgebildete“ Skilehrer aus Osteuropa sind Mangelware und für Assistenten gibt es keine freien Plätze.<BR /><BR />Die Reiseveranstalter bemühen sich deshalb vermehrt selbst um Skilehrer. Allein diesen Winter hat das Landesamt für Tourismus bisher über 700 (!) Ansuchen ausländischer Skilehrer und Assistenten erhalten. Am Saisonende dürften es noch mehr sein. Ein kleines Heer möchte man meinen, aber es scheint nicht zu genügen. <h3> Skigebietsbetreiber wollen den Druck erhöhen</h3>Die Skigebietsbetreiber haben deshalb den Verband der Skischulen und die Berufskammer der Skilehrer ersucht, die Bestimmung „ein Skilehrer = ein Assistent“ zu lockern. Bis dato ohne Erfolg. <BR /><BR />Von einer Regelung, es ausländischen Reisegruppen zu erlauben, Skilehrer mit dem in diesem EU-Land gültigen Bildungsgrad mitführen zu dürfen, will man nichts wissen.<BR /><BR />Reiseveranstalter versuchen es dennoch weiter mit eigenen Skilehrern, geraten aber häufig in Polizeikontrollen mit den bekannten Folgen. <BR /><BR />Die Skigebietsbetreiber wollen den Druck erhöhen, um eine Lösung zu finden. Es kann nicht sein, so heißt es aus der Branche, dass die Skischulen mit der Nachfrage kaum Schritt halten können und gleichzeitig Skigebiete und Hoteliers Gäste aus nicht deutsch-, italienisch- oder englischsprachigen Ländern verlieren, weil kein Unterricht in der Muttersprache angeboten werden kann.<h3> Ein erster Lösungsversuch ist gescheitert</h3> Südtirols Skilehrer wollen in punkto Qualität keine Abstriche machen und halten an der hohen fachlichen Ausbildung fest. Ihnen spielt ein Staatsratsurteil in die Hände. Das Höchstgericht befand in einem im Trentino anhängigen Fall, dass ausländische Skilehrer „hochgebildet“ sein müssen, um in Italien den Beruf ausüben zu dürfen. <BR /><BR />Ein erster Versuch im Dezember von Tourismus-Landesrat Luis Walcher, eine Lösung mit den Beteiligten zu finden, ist gescheitert. In Kürze sollte ein neuer Anlauf folgen.