Montag, 21. Juni 2021

Skiverbindung Sexten-Sillian: „Es fehlen noch wesentliche Voraussetzungen“

Einige Bürger haben im Mai einen Antrag auf Volksbefragung in der Gemeinde Sexten eingereicht, schreibt das Promotorenkomitee zur Volksbefragung in Sexten in einer Presseaussendung. Damit soll der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, mitzuentscheiden, ob die bestehende Skizone Sexten–Helm– Rotwandwiesen auf Sextner Gemeindegebiet vom Stiergarten bis zum Karnischen Kamm (Hochgruben) durch den Bau von neuen Aufstiegsanlagen und Skipisten erweitert werden soll oder nicht.

In diesem Gebiet am Hochgruben im Karnischen Kamm ist die Skiverbindung Sexten–Sillian geplant.
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In diesem Gebiet am Hochgruben im Karnischen Kamm ist die Skiverbindung Sexten–Sillian geplant. - Foto: © Promotorenkomitee
Dieses Projekt der Liftbetreibergesellschaft 3 Zinnen AG soll eine Anbindung an das Skigebiet Sillian–Thurntaler in Osttirol ermöglichen, falls die Behörden im Bundesland Tirol Aufstiegsanlagen und Skipisten auf den Karnischen Kamm auf Sillianer Seite genehmigen.

In Gesprächen mit vielen Sextner Bürgerinnen und Bürgern habe sich gezeigt, dass es großen Teilen der Bevölkerung ein Anliegen sei, über die geplanten Erweiterungen des bestehenden Skigebietes mitentscheiden zu dürfen, da die beabsichtigten Eingriffe ein bisher unberührtes Areal beträfen, das vorwiegend der Weidewirtschaft dient, ein einmaliges Einstandsgebiet für das Wild sei und auch Ruhe suchenden Wanderern Erholung biete, schreibt das Komitee.

„Als 2014 der bei Fachleuten und Einheimischen umstrittene Zusammenschluss der Skigebiete Helm–Rotwand über den Stiergarten verwirklicht wurde, versicherten der frühere Bürgermeister von Sexten und Gemeindevertreter, dass weitere Bauvorhaben der Liftbetreiber, insbesondere jenes vom Stiergarten auf den Karnischen Kamm, in jedem Fall nur über eine Volksbefragung genehmigt werden sollten. Leider hat die Gemeindeverwaltung diesbezüglich bis heute nichts unternommen“, schreibt das Komitee. Deshalb werde es jetzt selbst aktiv.

Das Projekt zur Erweiterung der Skizone werde immer konkreter, was aber den Sextner Bürgern nicht bewusst sei, zumal „von amtlicher Seite bloß vage über das Vorhaben informiert“ worden sei, wie das Komitee schreibt.

Bis heute fehle zu 95 Prozent die Zustimmung der Grundeigentümer für die benötigten Flächen. Zudem schreibe die Südtiroler Landesregierung vor, dass das Projekt auf Sextner Seite erst dann realisiert werden dürfe, wenn alle Genehmigungen für den Bau der Aufstiegsanlagen und Skipisten auf Osttiroler Seite vorliegen. „Dies wird wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen, da aufgrund massiver Natureingriffe gründliche Umweltprüfungen durchgeführt werden müssten“, schreibt das Komitee.

„Somit fehlen – anders als von der 3 Zinnen AG in den Medien behauptet – noch wesentliche Voraussetzungen zur Verwirklichung der Skiverbindung Sexten– Sillian, zu denen auch das von den Gemeindepolitikern gegebene Versprechen auf Abhaltung einer Volksbefragung zählen sollte“, heißt es in der Presseaussendung abschließend.

d/stol