Die Kohlererbahn, 1908 die erste offiziell für den Personentransport zugelassene Seilbahn der Welt, bleibt ab dem 13. April dreieinhalb Monate geschlossen, um umfassend saniert zu werden. Wer trotzdem nach Kohlern will, hat zwei Möglichkeiten.<BR /><BR /><BR />Ab Montag beginnt nämlich eine umfassende Generalrevision, die erst Ende Juli abgeschlossen sein wird. Anfang August soll die kleine Bahn dann wieder fahren; ein Ersatzdienst mit Bussen ist organisiert.Die gesetzlichen Auflagen schreiben eine Generalrevision nach 20 Jahren zwingend vor. An der Kohlererbahn sind umfassende Arbeiten geplant, die bis zu 4,2 Millionen Euro kosten. Weil die Seilbahn Teil des öffentlichen Personennahverkehrs ist, werden die Arbeiten vom Land Südtirol gefördert, und zwar mit einem Verlustbeitrag von 90 Prozent. <BR /><BR /><BR />Die restlichen zehn Prozent der Kosten, den Verdienstausfall von dreieinhalb Monaten sowie die Kosten für den täglichen Ersatzdienst mit Bussen muss die vor weit mehr als 100 Jahren gegründete Kohlererbahn GmbH selbst stemmen. Weil alle Anteile an der Gesellschaft im Besitz der Stadtgemeinde Bozen sind, hat diese einen einmaligen Verlustbeitrag von 500.000 Euro zugesichert, die Bahn wird außerdem angelegte Reserven locker machen müssen. <h3> Seilbahn wird dreieinhalb Monate lang gründlich gewartet</h3>„Die Arbeiten sind per Gesetz verordnet. Der Busersatzdienst, der von der Gemeinde mitfinanziert wird, ist für Schüler, Anrainer und die Betriebe sehr wichtig“, erklärt Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser, die darauf verweist, dass „Schüler und Lehrer der Montessorischule auf Kohlern verbleiben, jene der Waldorfschule bis Schulende in Container gegenüber der Eurac ziehen.“ <BR /><BR /><BR />Die Seilbahn wird dreieinhalb Monate lang gründlich gewartet, die Elektromechanik komplett ausgetauscht, und im oberen Teil werden drei Stützen saniert, die aus dem fernen Jahr 1913 stammen, von der sogenannten „zweiten Bahn“. Die allererste Fahrt zu Peter und Paul 1908, am 29. Juni, war zugleich eine absolute Weltpremiere. Die Kohlererbahn war nämlich die erste offiziell für den Personentransport zugelassene Seilbahn der Welt. Ermöglicht wurde dies durch den Durchsetzungswillen des Bozner Hoteliers Josef Staffler und die Courage des Bozner Bürgermeisters Julius Perathoner, der damals zugleich als Bezirkshauptmann amtierte und dessen Todestag sich am 17. April zum 100. Mal jährt.<BR /><h3> Busersatzdienst garantiert</h3> Der Streckenverlauf bleibt unverändert, die Kapazität weiter auf 20 Personen limitiert. Die Bahn fährt im Viertelstundentakt und verbindet die Landeshauptstadt mit Kohlern in weniger als sechs Minuten. Pro Jahr wurden zuletzt zwischen 160.000 und 170.000 Passagiere befördert.<BR /> Während der Generalrevision stehen Busse als Ersatz bereit. Täglich soll es jeweils neun Fahrten von Bozen nach Kohlern und zurück nach Bozen geben. Um bis 12. Juni den Schülertransport zu gewährleisten, setzt das Amt für Personenbeförderung des Landes zusätzliche Busse ein und finanziert diesen zusätzlichen Sonderdienst auch. Die Arbeiten an der Gemeindestraße nach Kohlern sind in der Zwischenzeit beendet, sodass der Weiler rund um die Uhr außer von Leifers über Seit auch von Bozen aus erreichbar ist.