„Es wird jene geben, die über das Kontingent in Südtirol untergebracht werden, andere werden privat hierher kommen, weil sie Angehörige hier haben – 1900 Ukrainer leben hier“, sagt Soziallandesrätin Waltraud Deeg. <BR /><BR /><BR /><BR />Koordination hat höchste Priorität. „Wir müssen helfen, wir wollen helfen. Aber gehen wir koordiniert vor, damit wir nicht im Chaos enden“, sagt Landesrat Arnold Schuler. Heute stehen in seinem Terminplan 2 wichtige Sitzungen. Landesrätin Waltraud Deeg blickt sehr besorgt nach Osten – und optimistisch ins Land: „Wir haben schon einige Angebote aus den Gemeinden. Wenn alle zusammenhelfen, können wir die Flüchtlinge – vor allem Frauen und Kinder – problemlos unterbringen.“<BR /><BR />Konkretes will und kann die Politik noch nicht sagen. „Die EU wird sich über die Verteilung der Flüchtlinge einigen, auf Staatsebene werden weitere Entscheidungen fallen, die dann vom Land und den Gemeinden mitgetragen werden“, sagt Schuler. <h3> Vor allem Frauen und Kinder</h3>Er, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Waltraud Deeg haben gestern Gespräche geführt und treffen heute Vormittag den Regierungskommissär zu Beratungen, am Nachmittag findet eine Videokonferenz mit dem staatlichen Zivilschutz statt, an der alle Regionen teilnehmen. Bei diesem Treffen werden wohl auch die Gesundheitsversorgung samt Corona-Impfung und die Voraussetzungen der Unterkünfte auch im Licht von Corona Thema sein. <BR /><BR />Es ist zu erwarten, dass schon dieser Tage Flüchtlinge – vor allem Frauen und Kinder – aus dem Kriegsgebiet eintreffen. „Es wird jene geben, die über das Kontingent in Südtirol untergebracht werden, andere werden privat hierher kommen, weil sie Angehörige hier haben – 1900 Ukrainer leben hier“, so Deeg. <BR /><BR /><BR /><BR />Es sei aber noch nicht absehbar, wie viele es sein würden. „Die meisten Gemeinden haben Strukturen, welche bereits als Flüchtlingsunterkünfte genutzt wurden“, sagt Gemeindenverbandschef Andreas Schatzer. Einzelne Gemeinden sind bereits aktiv geworden, die meisten warten auf die Anfragen. „Wir werden auf die Netzwerke setzen, die sich auch in der Pandemie schon bewährt haben“, sagt Deeg.<BR /><BR />Zu den Gemeinden, die bereits konkret an der Aufnahme von Flüchtlingen arbeiten, gehört St. Lorenzen. „Die Bilder von den verzweifelten Menschen, die Zuflucht in den U-Bahn-Stationen suchen, von den vielen Flüchtlingen an der Grenze zu Polen – sie haben mir die Tränen in die Augen getrieben“, sagt Bürgermeister Martin Ausserdofer.<h3> Große Hilfsbereitschaft</h3> Es bedürfe nun der schnellen Hilfe, und solche hat St. Lorenzen bereits in Gang gesetzt: Zuerst war geplant, bis zur ungarisch-ukrainischen Grenze zu fahren, um ukrainische Flüchtlinge nach St. Lorenzen zu bringen. Gestern am Nachmittag wurde nach Rücksprache mit den österreichischen Stellen beschlossen, in Wien Flüchtlinge in den Bus zu setzen, und wenig später wurde entschieden, dass der Bus erst am heutigen Montag in der Früh startet, nach Graz fährt und von dort ukrainische Flüchtlinge nach Südtirol bringt. <BR /><BR />Kaum hatte Ausserdorfer diese Bereitschaft zur Hilfe und Unterstützung über die sozialen Netzwerke kundgetan, meldeten sich viele Menschen, die ebenfalls ihre Solidarität mit der Ukraine bekunden, ihre Hilfe und Unterstützung anbieten. Es haben sich Leute gemeldet, die bereit sind, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, Leute, die eine Ferienwohnung bereitstellen wollen, Leute, die sich anbieten, bei der Organisation mitzuhelfen. <BR /><BR />Die Flüchtlinge könnten noch heute Abend in St. Lorenzen eintreffen.<BR />