<BR />Bewegung ist eine der wirksamsten „Medizinen“ – nicht nur, aber auch im Alter. Davon ist Dr. Astrid Marsoner, Präsidentin der Ärztekammer und Allgemeinmedizinerin in Niederdorf, überzeugt. „Kraft- und Beweglichkeitsverlust gehören nicht zwangsläufig zum Älterwerden, sie sind kein Schicksal“, sagt sie. Allerdings müsse beides regelmäßig trainiert werden. „Tut man das nicht, verliert man rund ein Prozent seiner Muskelmasse – pro Jahr.“<BR /><BR />Die Folgen kennt sie aus ihrer täglichen Arbeit nur zu gut: steigendes Sturzrisiko, schwere Verletzungen, Mobilitätseinbußen. „Wer sich nicht mehr sicher bewegen kann, ist rasch auf fremde Hilfe angewiesen, verliert Selbstständigkeit und zieht sich aus dem sozialen Leben zurück“, sagt die Ärztin. Regelmäßige Bewegung sei daher die beste Medizin, um Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit zu erhalten – und damit auch Lebensqualität.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1262499_image" /></div> <BR />Deshalb wirbt sie für einen aktiven Alltag, unter anderem mit den von ihr initiierten Freitags-Spaziergängen in Niederdorf, bei denen sie selbst eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern begleitet. Und genau dieser Blick auf Bewegung als etwas Alltägliches brachte sie auch auf eine Idee, die nun ganz konkret wirkt – im Seniorenwohnheim.<h3> Ein Angebot, das zum Bewegen animiert</h3>Denn Bewegung braucht nicht nur Motivation, sondern auch Möglichkeiten. Im Seniorenheim in Niederdorf ist man diesbezüglich bereits „sehr in Bewegung“, wie Dr. Marsoner sagt. Ein zusätzliches Angebot könne aber noch mehr Anreize schaffen: „Ein paar Geräte an einem hellen Platz, vielleicht am Fenster – das könnte manche Seniorinnen und Senioren animieren, noch eine Bewegungseinheit dranzuhängen“, dachte sie. Doch woher die Geräte nehmen? In Seniorenheimen ist das Geld knapp, gerade für solche Extras.<BR /><BR />Der entscheidende Impuls kam eher beiläufig: Was passiert eigentlich mit Fitnessgeräten, die Hotels nicht mehr brauchen? Und könnten diese Geräte nicht dort weiterleben, wo Bewegung besonders wichtig ist – in Altersheimen? <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1262502_image" /></div> <BR />Marsoner wandte sich an Thomas Reiter vom Verwaltungsrat der Kronplatz Brand, der Gesellschaft, in der Skirama Kronplatz und die Tourismusvereine rund um den Kronplatz zusammengeschlossen sind. Reiter trug das Anliegen weiter – mit Erfolg. Daniela Gasser vom 5-Sterne-Hotel Hubertus in Olang meldete sich prompt und stellte zwei voll funktionsfähige Geräte zur Verfügung – eine sogenannte Vibrationsplatte und ein Fitnessrad. <h3> Dinge weiterzugeben statt wegzustellen</h3>„Das waren beides keine alten Geräte“, betont Gasser. Doch oft werden sie ausgetauscht, wenn neue Modelle auf den Markt kommen oder die Gästewünsche sich ändern. Manchmal gibt es ein Gerät einfach doppelt. Manchmal fehlt schlicht der Platz. „Oft stehen sie dann in einem Abstellraum – und man fragt sich, wohin damit.“ <BR /><BR />Die Anfrage aus Niederdorf kam daher wie gerufen. „Noch am selben Tag hat der Hausmeister des Wohnheimes die Geräte abgeholt“, erzählt die Hotelierin. Eine schöne Erfahrung auch für sie: „Wenn man weiß, dass die Geräte anderswo sinnvoll genutzt werden, dann macht das eine besondere Freude.“ Beim nächsten Gerät wird sie wieder an Altersheime denken – und vielleicht tut es ihr der ein oder andere Kollege gleich. <BR /><BR />Manchmal braucht es eben keine großen Programme oder viel Geld, sondern eine gute Idee, ein offenes Ohr – und die Bereitschaft, Dinge weiterzugeben, statt sie wegzustellen.