Dienstag, 01. September 2015

So hilft Südtirols Feuerwehr den Kollegen in Nepal

Südtirol verpflichtet sich, die Hauptstadt Nepals beim Aufbau der Feuerwehr zu unterstützten. Dazu wurden im August Bozner Feuerwehrmänner nach Nepal entsandt.

Südtrioler Feuerwehrleute helfen in Nepal beim Aufbau des Feuerwehrwesens.
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Südtrioler Feuerwehrleute helfen in Nepal beim Aufbau des Feuerwehrwesens.

Im Rahmen der Partnerschaft im Bereich Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Autonomen Provinz Bozen, der Stadtgemeinde Kathmandu und dem Südtiroler Feuerwehrwesen wurde ein Memorandum of Understanding (MoU) ausgearbeitet.

Im Rahmen des Hilfsprojektes ist bislang schon einiges an Vorarbeit geleistet worden, etwa eine Schulung von Feuerwehrmännern aus Kathmandu in Bozen im Jahre 2011. Ebenso wurden fünf Feuerwehrfahrzeugen und Ausrüstung von Bozen nach Kathmandu geliefert. Wie man sie richtig benützt, war Bestandteil einer Ausbildung im Jahre 2012. 

Erdbeben vereiltel Hilfseinsatz

Dann war eigentlich im Mai 2015 die Entsendung von drei Bozner Feuerwehrmännern nach Kathmandu geplant. Wegen des Erdbebens musste diese verschoben werden.

 

Die Feuerwehr Bozen bei der Beratung zur Verwendung der Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstung, welche im Rahmen vergangener Hilfsprojekte den Kollegen in Kathmandu geliefert wurden.

Vom 14. bis 28. August 2015 sind die Bozner Wehrmänner dann schließlich in Begleitung von Ernst Preyer, Kommandant der Berufsfeuerwehr Bozen, nach Kathmandu gereist. Die Feuerwehrmänner Prinoth, Lochmann und Gasser kümmerten sich um die außerordentliche Instandhaltung der Fahrzeuge, die Schulung und das Training der Mannschaften im Umgang mit den Geräten, die Diskussion zur Zukunft der Feuerwehr in Kathmandu sowie die Ausarbeitung der Schwerpunkte der Unterstützung in den nächsten Jahren.

Bereits am ersten Tag nach der Ankunft in Nepal wurde ein Treffen mit dem Kommandanten der Feuerwehr Kathmandu sowie den Südtiroler Feuerwehrmänner organisiert. Zunächst wurden die Fahrzeuge begutachtet, um sich ein Bild über den Zustand der Fahrzeuge zu machen.

Des Bürgermeisters Pläne

Es fand auch ein Treffen mit dem Bürgermeister von Kathmandu, Herrn Rudra Singh Tamang, statt. Hierbei wurde dem neuen Bürgermeister, der erst seit drei Monaten im Amt ist, die bisherige Zusammenarbeit zwischen Bozen und Kathmandu erläutert.

Der Bürgermeister plant vier Kardinalpunkte rund um die Stadt, in der je eine neue Feuerwache errichtet werden soll. Im Zentrum von Kathmandu soll die Hauptwache saniert oder neu aufgebaut werden. Auf jeder Wache sollen rund 16 Mann arbeiten.

 

Der neue Bürgermeister von Kathmandu Rudra Singh Tamang bespricht die Hilfsprojekte.

Bürgermeister Rudra Singh Tamang bat die Südtiroler Delegation um Unterstützung in der Planung der neuen Feuerwehrhallen und um Finanzierung der ersten Halle, die zu einem Pilotprojekt werden soll.

 

Jeder Kommune ihre Feuerwache

In diesen Zusammenhang wies der Bürgermeister auch auf die möglichen Änderungen der Zuständigkeiten im Feuerwehrwesens aufgrund der neuen Verfassung hin. Jede Kommune (VDC) soll künftig eine Feuerwehr haben.

Deshalb sollte es bald ein Pilotprojekt geben, wo sich die anderen Verwalter ein Bild über die, mit dieser neuen Zuständigkeit verbundenen Infrastrukturen (Hallen, Fahrzeuge, usw.) machen können. Kathmandu möchte in Zusammenarbeit mit dem Land Südtirol diese Vorreiterrolle übernehmen.

stol/lpa

stol