Der gelernte Modeberater ging zuletzt keiner geregelten Arbeit nach. Er war spielsüchtig und dem Online-Poker verfallen.<BR /><BR />Rund 160.000 Euro soll sich der Angeklagte bis zu seiner Festnahme im Februar insgesamt verschafft haben, indem er seinen Opfern erklärte, er würde dringend Geld für eine Zahn-OP, Begräbniskosten oder die Reparatur seines Autos benötigen. Auch angebliche Polizeistrafen täuschte er vor. Wenn er diese nicht bezahle, müsse er mit seiner Abschiebung rechnen, erklärte der Mann, der ungeachtet eines spanischen Vornamens rumänischer Staatsbürger ist. Er befindet sich seit fast acht Monaten wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft.<h3> „Verhalten an Rücksichtslosigkeit, Misogynie und Hinterhältigkeit nicht zu überbieten“</h3>Die Staatsanwältin fand für den Angeklagten am Mittwoch am Wiener Landesgericht harte Worte. Dessen Verhalten sei „an Rücksichtslosigkeit, Misogynie und Hinterhältigkeit nicht zu überbieten“. Der Mann habe die betroffenen Frauen „durch emotionalen Missbrauch gefügig gemacht“ und „nachhaltig traumatisiert. Er hat ihre Herzen gebrochen. Sie vertrauen niemandem mehr.“ Einige Frauen hätten sich in einer aufrechten Beziehung mit dem Angeklagten gewähnt und erst von der Polizei erfahren, dass dieser eine fixe Lebensgefährtin hatte und daneben bis zu drei Sex-Beziehungen gleichzeitig pflegte.<BR /><BR />Der Angeklagte war großteils geständig, verwies jedoch darauf, dass es sich um „lose Beziehungen“ nach Tinder-Dates und „nichts Verbindliches“ gehandelt hätte: „Ich hab' nicht die große Liebe gesucht. Es waren am Anfang sexuelle Beziehungen. Dass ich Geld nehme, hat sich ergeben. Es war nicht geplant.“ Er sei „schuldig in dem Sinn, dass ich Geld ausgeborgt und gelogen habe. Dass ich das aus Bosheit getan habe, stimmt nicht.“<h3> „Frauen haben ihm Geld aufgedrängt“</h3>Der 26-Jährige machte seine Spielsucht als Motiv geltend, deretwegen er auch seinen Job verloren hätte. Sein Verteidiger bemerkte, die Frauen hätten seinem Mandanten das Geld „freiwillig“ gegeben, teilweise regelrecht „aufgedrängt“: „Irgendwann hat er sich so viel ausgeborgt gehabt, dass klar war, dass er es nicht zurückzahlen kann.“<BR /><BR />„Ich hab' immer gehofft, ich gewinne und kann es zurückzahlen“, versicherte der Angeklagte dem Schöffensenat. „Vier Jahre lang?“, warf die vorsitzende Richterin Julia Nagy ein. „Ich hab' mein Zeitgefühl verloren“, erwiderte der 26-Jährige. Auf die Frage, warum er nicht Klartext geredet und den Frauen seine finanziellen Probleme offen gelegt habe, entgegnete er: „Es war mir unangenehm und peinlich. Ich wollte meine Persönlichkeit halten.“