In 373 Fällen stammt der Biss von Hunden, das ist ein Biss pro Tag. „Der Hund hat nur seine Zähne als Waffe. Den größten Fehler begehen immer die Menschen, indem sie klare Warnsignale des Hundes ignorieren“, sagt Hundetrainer Christian Romen.<BR /><BR />Der Hund ist des Menschen bester Freund: Seine Exkremente am Straßenrand schätzt man aber weniger, weshalb die umstrittene DNA-Datenbank eingeführt wird. Da diese laut Ex-Landesrat Arnold Schuler auch dazu dienen soll, Hunde als Verursacher von Unfällen und Bissen auszuforschen, ging Andreas Colli (Liste JWA) der Sache in einer Landtagsanfrage auf den Grund. „Die Datenlage ist mager“, so Colli. Laut Auskunft von Neo-Landesrat Luis Walcher liegen keine Daten zu in Straßenunfälle verwickelte Hunde vor.<BR /><BR />Interessante Daten förderte die Anfrage aber trotzdem zu Tage. Demnach wurden in Südtirol 373 ausdrückliche Hundebisse verzeichnet, 2022 waren es 382, 2021 „nur“ 262, 2020 doch 327. Am öftesten bohrten sich Hundezähne 2019 in menschliche Glieder, nämlich stolze 469 Mal.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src=" https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="65e89fd3ce671f0014b14a46" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = " https://view.genial.ly/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <h3> Nicht nur Hunde beißen zu</h3>Gebissen wird aber nicht nur von Hunden, sondern in kleinerer Zahl auch von Katzen, Pferden oder Schweinen. 2023 gab es 430 Bissattacken; 2019 waren es sogar 536. Nicht immer wird der Übeltäter ausgeforscht. Im Vorjahr blieben die Verursacher von 154 Bissattacken unbekannt. Man weiß also, dass es sich z.B. um einen Hund handelte, aber nicht wem er gehört.<h3> Dunkelziffer an Bissattacken weit höher</h3>Anzunehmen ist, dass die Dunkelziffer höher liegt. Die Daten beziehen sich auf gemeldete Fälle, d.h. jene, in denen ärztliche Hilfe beansprucht wird. In diesen Fällen wird der tierärztliche Dienst des Sanitätsbetriebs aktiv, um Tathergang, Herkunft und dem Umfeld des Hundes nachzugehen, denn er könnte z.B. aus einem Land stammen, in dem es Tollwut gibt. Gebissen wird in allen Landesteilen und vermehrt im Sommer. „Die Hälfte der Fälle sind Touristen“, heißt es beim tierärztlichen Dienst.<BR /><BR /><BR /><BR /> Die Gründe, warum ein Hund zuschnappt, sind viele. „Das kann territoriales Verhalten sein, bei dem ein Hund seine Heimat, sein Haus verteidigt“, sagt der Kalterer Hundetrainer Christian Romen. Es gibt aber auch ängstliche Hunde, die beißen, weil sie sich in die Enge getrieben fühlen, z.B an einer Mauer, bei der ihnen kein Fluchtweg bleibt. Und es gibt Hunde, die im Umgang mit anderen Vierbeinern ungenügend sozialisiert sind.<BR /><BR />„Den größten Fehler begehen aber immer die Menschen, indem sie die Warnsignale des Hundes wie Knurren, aufgestellte Haare oder eingezogenen Schwanz ignorieren“, so Romen. Viele Bisse passieren aber auch, weil Personen direkt auf Hunde zusteuern. „Man sollte nie einen fremden Hund berühren, ohne den Besitzer vorher um Erlaubnis zu fragen“, so Romen. Zudem sind Privatwege zu respektieren. Wer überall hineinmarschiert, darf sich nicht wundern, wenn Bello sein Haus verteidigt.<h3> Das ist im Notfall zu tun</h3>Was aber ist in Notfällen zu tun? „Stehenbleiben, nicht herumfuchteln, denn Hunde reagieren empfindlich auf Bewegung, leise um Hilfe rufen, notfalls auf den Boden legen, den Kopf schützen und warten, bis Hilfe kommt“, rät Romen.<BR /><BR />Einen Tipp hat er aber auch für die Hundehalter. Man sollte einem Hund nicht erlauben, die Hände als Spielzeug zu nutzen und ins Maul zu nehmen. Das macht er dann nämlich auch bei anderen, was gar nicht gut ankommt.