<a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/so-denkt-suedtirol-wie-schauen-die-suedtiroler-auf-olympia-zurueck" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a> hat das Kommunikations- und Marktforschungsunternehmen „Komma“ unter der Geschäftsführung von Stefan Premstaller nachgefragt, wie die Südtiroler mit etwas zeitlichem Abstand auf die XXV. Olympischen Winterspiele Milano-Cortina 2026 und die Beteiligung Südtirols als Austragungsort der Biathlon-Bewerbe zurückblicken.<h3> Alex Tabarelli: „Den Kritikern wurde mehr Aufmerksamkeit zuteil“</h3>Alex Tabarelli, Präsident des Südtiroler Olympischen Komitees, freut sich über die guten Zustimmungswerte. Überrascht ist er nicht. „Eigentlich hätte ich mir sogar noch mehr erwartet“, sagt er. Denn man habe eine einmalige Chance genutzt und sich der ganzen Welt zeigen können.<BR /><BR />Kritik an der Südtiroler Beteiligung bei Milano-Cortina 2026 habe es gerade anfangs sehr viel gegeben, erinnert sich Tabarelli. Doch wie sich jetzt zeige, „haben die Kritiker sich vehement zu Wort gemeldet, und der Rest der Bevölkerung eben nicht“. Und man habe den kritischen Stimmen auch mehr Aufmerksamkeit gegeben, findet Tabarelli bei einem Blick auf die 67 Prozent Zustimmung (sehr/eher zusammen), die die Umfrage aufzeigt. Aber er habe auch noch etwas anderes in diesem Zusammenhang bemerkt: „Je näher wir den Olympischen Spielen gerückt sind, desto mehr Befürworter gab es, desto größer wurde die Freude der Südtiroler, Teil dieses weltweit beachteten sportlichen Mega-Events zu sein.“ <BR /><BR />Tabarelli kann der Anfangskritik allerdings auch etwas abgewinnen: „Ein Teil war sicher angebracht. Kontrolle braucht es.“ Dass Südtirol langfristig profitieren werde, glauben laut Umfrage 55 Prozent (sehr/eher zusammen). Für Tabarelli steht das außer Frage – und dabei blickt er nicht nur auf die Mobilitätsinfrastrukturen und den Werbeeffekt für Südtirol: „Die Spiele tragen sicher dazu bei, dass sich mehr junge Leute für Biathlon als Leistungssport interessieren. Das war unser großes Ziel.“<h3> Brigitta Foppa: „Ein Drittel glaubt nicht an Nachhaltigkeit, das ist viel“</h3>Die Grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa fühlt sich von den Umfragewerten bestätigt: „Ein Drittel der Südtiroler glaubt gar nicht oder eher nicht an die Nachhaltigkeit der Spiele. Das ist viel – und das sind mit Sicherheit nicht alles Hard-Core-Umweltschützer.“<BR /><BR />Vielmehr hege ein wesentlicher Teil der Bevölkerung „große Zweifel am langfristigen Nutzen“. Und das, obwohl die Frage doch sehr offen gestellt sei – und jeder unter „profitieren“ etwas anderes verstehen könne.<BR /><BR />Auch dass jeder vierte Südtiroler es gar nicht oder eher nicht gut findet, dass ein Teil der Olympischen Spiele in Südtirol stattgefunden hat, sollte nach Ansicht der Politikerin zu denken geben: „Denn natürlich war eine Begeisterung an sich für Olympia spürbar. Und das ist richtig so. Aber mit etwas Abstand betrachtet, wird die Teilnahme von einem Viertel der Bevölkerung nicht gut gesehen.“ <BR /><BR />Für Foppa zeigen die Umfrage-Ergebnisse „die ganze Widersprüchlichkeit solcher sportlichen Großveranstaltungen“. Natürlich sei es einerseits eine tolle Sache, wenn Sportler aus der ganzen Welt zusammenkommen, um sich zu messen. „Andererseits stellt sich die Frage: Was bleibt dem Austragungsort an Kosten und anderen negativen Folgen?“, sagt Foppa. Und so wie sie, machten sich „ganz offensichtlich auch andere Südtiroler Sorgen, dass uns als Folge der Tourismus noch mehr überrollt“. Derartige Werbung für wenig entwickelte Regionen könne legitim sein. „Das trifft auf uns aber sicher nicht zu.“<h3> LH Arno Kompatscher: „Positive Stimmung schon während der Spiele spürbar“</h3>Dass die Mehrheit der Bevölkerung Südtirols die Teilnahme an den Olympischen Spielen positiv gegenübersteht, war für Landeshauptmann Arno Kompatscher spätestens mit dem Beginn der Bewerbe klar: „Das konnte man während der Spiele spüren“, erinnert er sich. Weswegen ihn die Werte der Umfrage auch nicht überraschen.<BR /><BR />Dass nicht alle begeistert waren und sind, sei ganz normal. Aber die Mehrheit habe sich über die Spiele gefreut, „als sportliches, gesellschaftliches und kulturelles Ereignis“. Diese Überzeugung habe die Landesregierung allerdings von Anfang an gehabt. Landeshauptmann Kompatscher ist aber auch der Überzeugung, dass die breite Zustimmung auch mit der Überschaubarkeit der Teilnahme zu tun hat. <BR /><BR />„Wir wollten keine Strukturen bauen, die wir nicht sowieso auf der Wunschliste hatten“ – und das habe man auch eingehalten. Im Übrigen auch beim Waffenschrank, der zunächst nur vom Olympischen Komitee gefordert worden war, mittlerweile Standard bei allen Weltcup-Austragungsorten sei. Für eine größere Beteiligung durch weitere Austragungsstätten „hätten wir ohne eine Abstimmung der Bevölkerung gar nicht den Mut gehabt“, sagt er. Und wie erklärt er sich, dass zwar 67 Prozent die Beteiligung gut fanden, aber „nur“ 55 Prozent von langfristig positiven Folgen ausgehen? „Das könnte daran liegen, dass die Befragten nicht gleich an die Infrastrukturen gedacht haben. Von den Investitionen in die Mobilität werden wir jedenfalls noch sehr, sehr lange profitieren.“