Mittwoch, 15. Februar 2017

So sah Vanessa aus – dann griff sie ihr Ex-Freund mit Säure an

Gesicht voller Narben, Auge und Ohr kaputt – seit einem Säureangriff ist Vanessa Münstermann aus Hannover nicht mehr wie früher. Doch sie zieht sich nicht zurück, sondern möchte Menschen in einer ähnlichen Lage helfen – auch als Selbsttherapie.

Vanessa Münstermann vor der Attacke.
Vanessa Münstermann vor der Attacke. - Foto: © APA/DPA

Vor einem Jahr kippte der Ex-Freund Vanessa Münstermann Säure ins Gesicht und entstellte sie für immer. Am Jahrestag des Anschlags hat die 28-Jährige aus Hannover den Verein „AusGezeichnet“ gegründet. Er richtet sich an Menschen, die von Narben gezeichnet sind, die anders aussehen – sei es durch eine Säureattacke, ein Feuer, einen Unfall oder von Geburt an.

„Andere kaufen teure Markenklamotten, um herauszustechen, ich bin so besonders“, sagte sie am Mittwoch. Seit dem Anschlag sind ihr linkes Auge und ihr linkes Ohr zerstört, Gesicht, Hals und Dekolleté von Narben übersät.

Ex-Freund zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Ihr Ex-Freund war für die Säureattacke Ende August zu zwölf Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Das Landgericht Hannover wertete den Angriff frühmorgens im Park als Racheakt. Vanessa Münstermann hatte den heute 33-Jährigen einen Tag zuvor bei der Polizei wegen Stalkings und Gewalt angezeigt.

Von den Begegnungen bei „AusGezeichnet“ verspricht sich die Gründerin auch persönlich Hilfe. Es soll ein Selbsthilfeverein sein, in dem sich versehrte Menschen und ihre Angehörigen unter anderen über medizinische Fragen und den Umgang mit Behörden austauschen.

dpa

stol