Montag, 14. März 2016

So viele Ausländer leben legal in Südtirol

Das Phänomen der Einwanderung ist auch in Südtirol längst Realität. Dabei ist nicht von Asylantragstellern die Rede, sondern von jenen Zuwanderern, die sich längerfristig aus Arbeits- oder Familiengründen im Land aufhalten und dazu eine gültige Genehmigung brauchen. Insgesamt 27.148 EU-Ausländer sind im Besitz einer solchen, die von der Bozner Quästur erteilt wurde.

Legaler Zuzug ist in Südtirol unter bestimmten Bedigungen möglich.
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Legaler Zuzug ist in Südtirol unter bestimmten Bedigungen möglich. - Foto: © shutterstock

Ausländer dürfen sich nur unter bestimmten gesetzlich festgelegten Voraussetzungen in Italien aufhalten. Nicht-EU-Bürger, die sich länger als drei Monate im Staatsgebiet bleiben, benötigen dazu eine von der zuständigen Polizeibehörde ausgestellte Aufenthaltsgenehmigung, um einen legalen Status zu erhalten. 

Immer weniger Genehmigungen ausgestellt

Bis zum Jahr 2014 scheinen insgesamt 27.148 solcher Genehmigungen auf, die von der Bozner Quästur ausgestellt worden sind. Das ergab die Auswertung des Datenarchivs des Innenministeriums.
Dabei wurde der bisher kontinuierliche Anstieg von regulär anwesenden Einwanderern in jüngster Zeit fast gänzlich gestoppt. Denn im Zeitraum von 2009 bis 2011 betrug die Zunahme an ausgestellten Genehmigungen durchschnittlich 12,1 Prozent, von 2011 bis 2014 dann nur noch 2 Prozent. 

Die meisten Zuwanderer mit zeitlich unbegrenztem Aufenthalt

Rund 70 Prozent der Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung sind im Besitz einer sogenannten EU-Daueraufenthaltserlaubnis, die seit 2007 die Aufenthaltskarte ersetzt. Sie ist zeitlich unbeschränkt und kann nur von jenen beantragt werden, welche bereits seit mindestens fünf Jahren in Italien ansässig sind, ein ausreichendes Einkommen sowie eine angemessene Unterkunft für sich und die eigene Familie haben. Seit 2010 müssen die Antragsteller zudem die Kenntnis der italienischen Sprache auf A2-Niveau nachweisen.

Art des Aufenthalts 2014: Daueraufenthalt (69,9%), Verlängerung (21,6%) und Erstaufenthalt (8,5%). - Quelle: Astat

Die Voraussetzungen jener Migranten, die sich kurzzeitig in Italien aufhalten, werden regelmäßig überprüft; gegebenenfalls wird ihr Bleiberecht verlängert. In Südtirol erhielten fast 6000 Personen (21,6%) die Erneuerung einer zeitlich begrenzten Aufenthaltsgenehmigung, etwa die Hälfte davon aus Arbeitsgründen.

Bei knapp einer von zehn der derzeit gültigen Aufenthaltsgenehmigungen handelt es sich um eine Erstausstellung. Von den 2303 Personen, die erstmals eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, weilen mehr als zwei Drittel aus familiären Gründen auf dem Gebiet.

Asylsuchende fallen kaum bis nicht ins Gewicht

Etwa 20% der Neuankömmlinge wanderten aus Arbeitsgründen ein und weniger als 5% sind Asylwerber oder Schutzsuchende.

Die Zahl der Flüchtlinge, die politisches Asyl genießen, bleibt mit 331 Personen weiterhin gering. Zusätzlich zu den anerkannten Asylanten haben 181 Personen den Antrag auf Asyl gestellt, 301 Menschen stehen unter internationalem Schutz und 175 weitere wurden aus humanitären Gründen im Land aufgenommen. Insgesamt handelt es sich um weniger als 1.000 Personen, welche lediglich 3,6% der Personen mit Bleiberecht stellen.

Zuzug: 9166 Familienmitglieder scheinen zusätzlich auf

Neben dem Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung können im Dokument auch Kinder und andere Angehörige aufscheinen. Derzeit sind das zusätzliche 9166 Personen, großteils Minderjährige (97,3%), die sich somit ebenfalls regulär in Südtirol aufhalten. Mit 14 Jahren hat der Minderjährige das Recht auf eine Aufenthaltsgenehmigung aus familiären Gründen, welche bis zur Volljährigkeit gültig ist.

Fast ein Viertel aller in Südtirol anwesenden Zuwanderer sind Kinder unter 15 Jahren. Ein Drittel aller Anwesenden sind im arbeitsfähigen Alter, nur 4,1 Prozent haben das Rentenalter erreicht. 

106 Männer auf 100 Frauen

Auch deshalb liegt das durchschnittliche Alter bei den Inhabern einer Aufenthaltsgenehmigung - inklusive Familienmitglieder - bei relativ jungen 31,6 Jahren. Im Unterschied dazu sind die ansässigen Südtiroler im Schnitt 42,8 Jahre alt.
Auffallend ist, dass sich annähernd gleich viele Männer (13.958 = 51,4%) wie Frauen (13.190 = 48,6%) legal in Südtirol aufhalten. Das heißt: Auf 106 Männer kommen 100 Frauen.

Am meisten stammen aus Albanien

In der Rangordnung der Herkunftsstaaten nimmt Albanien mit 4.601 Bürgern die Spitzenposition ein, gefolgt von Marokko (2.872) und Pakistan (2.554). Auch aus Mazedonien, dem Kosovo, der Ukraine und aus Indien stammen jeweils mehr als 1.000 Personen. Alle anderen Nationalitäten sind mit geringeren Kontingenten vertreten.

stol

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