Obwohl im vergangenen Jahr weniger Photovoltaikanlagen als 2023 installiert wurden, spricht Claudio Battiston von einem positiven Trend: „Es kommt letztlich auf die Anzahl der installierten Anlagen an, sondern auf deren Kapazität. Ob ich eine Photovoltaikanlage habe, die 10.000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt, oder 10 Anlagen, die jeweils 1000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren, – das Ergebnis ist dasselbe.“ <h3> Knapp 2 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Italien</h3>In Südtirol nahm die installierte Photovoltaik-Leistung zu: Von 2022 auf 2023 stieg die Kapazität von 298 Megawatt auf 378 Megawatt an, ein Plus von 80 Megawatt. „Von 2023 bis Oktober 2024 verzeichneten wir ein Plus von 62 Megawatt“, berichtet Battiston. „Das sind gute Werte. Wir können die Ziele des Klimaplans Südtirol 2040 erreichen.“ Ein konstanter Ausbau der Anlagen sei aber in den kommenden Jahren notwendig. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1116846_image" /></div> <BR />Italienweit gibt es über 1.844.000 Photovoltaik-Anlagen (Stand Oktober 2024), sie liefern eine Gesamtleistung von über 35.000 Megawatt. Die Stromerzeugung durch Sonnenenergie wird immer wichtiger. Die Energiekrise hat einen Boom ausgelöst: „Dank einer Photovoltaikanlage ist man unabhängiger von künftigen Strompreiserhöhungen,“ sagt Battiston. <h3> Günstige Anlagen, teure Speicherbatterie</h3>Am meisten elektrische Energie produzieren hierzulande seit 2019 die Photovoltaikanlagen, die dem Bereich „Dienstleistungen“ zugeordnet werden. „In diesen Bereich fallen Hotels, Einkaufszentren und die öffentliche Verwaltung.“ Im Bereich Landwirtschaft werden Photovoltaikanlagen installiert, wo es gesetzlich möglich ist. „Ob man sich für Agri-Photovoltaik öffnen soll, muss die Politik entscheiden.“ <BR /><BR />Auch die Haushalte registrieren einen steten Zuwachs. Aus der Sicht des Experten ist es am sinnvollsten, die Anlagen auf den Dächern zu befestigen, um Fläche zu sparen. Von Balkonkraftwerken rät er aus Sicherheitsgründen ab, obwohl es die Gesetzgebung erlaubt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1116849_image" /></div> <BR />Die Preise für Photovoltaikanlagen sinken, Speicherbatterien sind aber nach wie vor teuer. Sie ermöglichen einen höheren Eigenverbrauch. „Die Anfragen um Beiträge für Batterien steigen, derzeit werden sie aber nur kleinen Unternehmen gewährt“, informiert Battiston. <h3> Erneuerbare Energie „teilen“</h3>„Eine weitere Herausforderung besteht darin, Möglichkeiten zu finden, die Standorte zusammenzulegen, an denen Strom produziert und verbraucht wird.“ Als Beispiel nennt der Experte ein Gebäude eines Unternehmens, das über ein großes Dach verfügt, aber keinen Strombedarf hat. In der Nähe gibt es ein weiteres Unternehmen mit kleinem Dach, und großem Strombedarf. „Die Lösung besteht darin, dass beide Unternehmen eine Vereinbarung über einen Stromkauf treffen.“ <BR /><BR />Das sei das Konzept von Energiegemeinschaften: Es geht darum, dass eine Anlage Strom aus erneuerbarer Energie erzeugt, den sich Menschen, Unternehmen und weitere Körperschaften „teilen“. <BR /><BR />Obwohl Energiegemeinschaften gemäß dem Experten großes Potenzial haben, finden sie sich nicht in den Zahlen der vergangenen Jahre wieder. „Es wurden bislang erst wenige realisiert. Derzeit sind noch viele bürokratische Fragen offen, die nicht vom Land, sondern vom Staat abhängen“, erklärt der technische Inspektor.