Das Land will auf dem Arbeitsmarkt auf die Tube drücken. Mit einem entsprechenden Beschluss wird die Landesregierung am Dienstag dieser Woche dafür die Weichen stellen. Was ist geplant?<BR /><BR />Alle Berufssparten und Branchen des Landes suchen derzeit händeringend Fachkräfte und Mitarbeiter. Ob Tourismus, Handwerk oder Dienstleister – sie alle brauchen dringend Personal. Darauf will nun auch das Land reagieren. Nachdem vor 10 Tagen die Abteilung Arbeitsmarktservice aus der Taufe gehoben wurde, macht die Landesregierung morgen den nächsten Schritt. <BR /><BR />In Vergangenheit hatte man sich beim Arbeitsamt hauptsächlich darauf beschränkt, Arbeitslosenbescheide und -geld zu verwalten. „Bisher gab es auch keinen Handlungsbedarf, war der Südtiroler Arbeitsmarkt mit seiner Vollbeschäftigung doch so gut wie ein Selbstläufer“, sagt Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer.<BR /><BR /><embed id="dtext86-54923881_quote" /><BR /><BR />Pandemie und Pensionierungswelle haben den Arbeitsmarkt aber auf den Kopf gestellt. „Wenn wir wollen, dass Produktion und Dienstleistung aufrecht bleiben, braucht es einen völligen Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktvermittlung – gestalten statt nur verwalten“, so Wirtschaftslandesrat Achammer. „Wir brauchen dafür aber eine völlig neue Struktur und mehr Personal. Mit dem bestehenden können wir heute zwar noch die Bürokratie abwickeln, aber zu einer aktiven Arbeitsmarktvermittlung reicht es bei Weitem nicht mehr.“ <BR /><BR />Im Beschluss, den die Landesregierung morgen fassen wird, ist eine massive Personalaufstockung vorgesehen. Geplant sind mehr als 70 neue Vollzeitstellen ebenso wie eine mobile Beratungsstelle, die durchs Land touren soll. Im Vergleich zum Trentino, zum Bundesland Tirol oder gar zu Bayern hinkt Südtirol in diese Punkt nämlich weit hinterher. Hat dort ein Arbeitsvermittler maximal 400 Arbeitslose zu betreuen, sind es hierzulande zwischen 655 (im Arbeitsvermittlungszentrum Neumarkt) und 2192 (im AVZ Bruneck). Zwischen 1000 und 1688 Arbeitslose pro Beamten sind es in den AVZ von Bozen, Meran, Brixen und Schlanders. <h3> Klare Ziele vorgegeben</h3>Das nötige Geld für den Ausbau der Arbeitsvermittlung soll aus dem Wiederaufbaufonds (PNRR) kommen. „Allein für das laufende Jahr sind für Südtirol 6,2 Mio. Euro vorgesehen“, so Achammer. Ob das Geld dann aber fließt, hängt vom Erreichen der vorgegebenen Ziele ab. So müssen z.B. bis Jahresende mindestens 10 Prozent der in den Arbeitslosenlisten eingetragenen Personen in eine Schulung oder Weiterbildung gebracht werden. Entsprechend breite Angebote gebe es laut Achammer durchaus. <BR /><BR />Weit schwieriger wird es, im Arbeitsamt selbst die angepeilte Personalaufstockung zu erreichen. „Es wird schwierig, aber wir müssen den ersten Schritt setzen“, so Achammer. Denn in der jetzigen Lage sei es so gut wie unmöglich, Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen. „Wir müssen imstande sein, Angebote zu machen, gezielt Leute anzuwerben und zu vermitteln, aber auch Kontakt mit den Betrieben zu halten. Das muss vom Ausschöpfen des lokalen Potenzials bis hin zur Suche und Anwerbung von ausländischen Fachkräften gehen“.<BR />